Horst Hartmann – Der Tonkellner

Am 14. April 2009 veröffentlicht von Birk Grüling

Tontechniker Horst Hartmann

Tontechniker Horst Hartmann

Es ist 11 Uhr morgens, als ich Horst Hartmann an der TUI Arena treffe. Vor der Halle warten schon vereinzelte PINK- Fans in der Sonne auf den großen Auftritt ihres Idols. In der Halle ist große Hektik, seit 6 Uhr morgens sind die Techniker beim Aufbau. Große Trucks werden entladen und gerade proben die Beleuchtungstechniker ihre Effekte für die Show. Über 120 Leute werden heute für einen reibungslosen Konzertabend sorgen. In dem ganzen Trubel steht Horst Hartmann, wie ein Fels in der Brandung. Zu lange ist er schon der Toningenieur der ganz großen Stars. Musiker wie Nena, die Scorpions und die Toten Hosen lassen sich von ihm live abmischen und seit 2006 ist er der Monitor-Chef von PINK.

„Ich verstehe mich als Kellner für den guten Ton der Konzerte. Ich liebe die Herausforderung bei Konzerten. Dabei wird es nie langweilig und man hat keine Chance Fehler auszubügeln, wie im Studio. Aber wenn der Künstler lächelnd von der Bühne kommt, weiß ich, ich habe alles richtig gemacht“, beschreibt Horst Hartmann seine Arbeit.

Seit 1976 ist Horst Hartmann im Geschäft, damals war er erster Toningenieur Deutschlands. „Ich habe mir die Technik damals quasi autodidaktisch beigebracht. Damals war das alles noch etwas einfacher. Heute sind die Mischpulte sehr kompliziert geworden und die Technik ist komplett digital. Man ist quasi Tontechniker, Netzwerkspezialist und Computerexperte in einer Person.“, erklärt Horst Hartmann seinen Werdegang. Allein für das PINK-Konzert sind es 25 verschiedene Tonmischungen. Auf der Bühne gibt es ein IN-EAR und Monitorsystem, d.h. einerseits hören die Musiker ihre Musik über Kopfhörer und anderseits über Monitorboxen, alles komplett digital und ohne Verkabelung versteht sich.

Jugendlichen, die sich für den Beruf des Tontechnikers interessieren, rät Hartmann vor allem eins, fragen, fragen und nochmals fragen. „Fragen und gute Antworten sind mehr wert als Geld. Man muss natürlich auch Glück haben, um zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Es ist ein harter Beruf mit unregelmäßigen Arbeitszeiten, am Konzerttag kann man schon mal von 7 Uhr morgen bis 1 Uhr nachts arbeiten. Alles muss ja glatt laufen und Zeit ist ja bekanntlich Geld. Also steht man eigentlich unter Dauerstress.“, sagt Horst Hartmann und schaut auf die Uhr. Langsam wird es auch für ihn Zeit, die Band kommt in knapp zwei Stunden zum Soundcheck und kurz danach wird auch PINK eintreffen.

Die Tontechniker sollten natürlich eine große Begeisterung für Technik und Musik mitbringen. Vielleicht noch selbst ein Instrument spielen, wäre gut. Wer musikalisch ist, kann natürlich am Pult viel kreativer sein und manchmal schafft ein Tontechniker ja auch den Sprung auf die Bühne.

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