Ein ganz gewöhnlicher Morgen

Am 16. April 2009 veröffentlicht von Jan Friedrich

7.30 Uhr: Die Schaltkreise meines Chronometers leiten den Strom an einen Lautsprecher und reißen mich mit lauten Geräuschen aus dem Schlaf – Mein Wecker klingelt. Schlaftrunken taumle ich vom Schlafzimmer in die Küche und lege einen Schalter um. Elektrische Energie durchflutet einige Drähte und bringt eine klare Flüssigkeit zum Sieden – Der Kaffee ist fertig. Jetzt noch die hervorschnellende, erhitze Weißbrotscheibe gegriffen und schon kann der Tag beginnen.

Ich setzte mich und genieße mein Frühstück. Einige weitere Lautsprecher wandeln die von einem Metallstab empfangenen, elektromagnetischen Wellen in Schallwellen um – Musik erklingt aus dem Radio. Ich höre noch ein Lied, unterbreche den Stromkreis durch das Öffnen eines Schalters und schlendere ins Badezimmer. Ein Elektromotor bringt den mit Polyamid-Borsten besetzen Teil einer Kunststoffvorrichtung zum rotieren – Drei Minuten soll man Zähneputzen. Nach zwei Minuten schalte ich den Motor aus. Ein anderer Motor soll nun Arbeit verrichten. Ein Tastendruck und drei Metallklingen beginnen rotierender Weise meinen Bart zu stutzen.

Gemächlich begebe ich mich in den durch eine Glasfläche abgetrennten Bereich. Ich öffne ein Rohr. Ein Überdruck entsteht. Warmes Wasser benetzt meinen Körper und befreit mich von Schmutz und Dreck – ich liebe es zu duschen. Aus der Kabine heraus gestiegen, trockne ich mich mit einem Handtuch ab – jetzt noch die Haare. Ich bringe einen Stecker in die mit zwei Löchern versehene Buchse und lasse mir von der, durch den Föhn erhitzen Luft die Haare trocknen.

Jetzt noch schnell meine Sachen packen. Ich werfe einige Blöcke und Stifte zielsicher in meinen Rucksack und begebe mich auf die Suche nach meinem Handy. Gestern lag das noch auf der Fensterbank. Heute auch! Ich drücke einige Tasten und gebe so die Schaltfläche des Mobiltelefons frei – bloß nicht den PIN vergessen. Mit Rucksack auf dem Rücken und Schuhen an den Füßen gehe ich zur Bushaltestelle.

Im Bus denke ich über den Morgen nach. Unglaublich! Nie hätte ich gedacht, dass ich soviel Technik an einem Morgen benötige.

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