Ein Tag auf der Hannover Messe

Am 21. April 2009 veröffentlicht von Jennifer Schenke

Die Hannover Messe ist die weltgrößte Industriemesse und findet jedes Jahr in Hannover statt. Alle niedersächsischen Unis und Fachhochschulen haben sich mit Exponaten am Niedersachsen-Stand beteiligt. Manchmal musste man die Wissenschaftler daran erinnern, dass ihnen nur eine Abiturientin und kein fertiger Master of Science gegenüber steht 😉 Überwiegend haben sie sich aber sehr große Mühe gegeben, mir ihre Erfindungen näher zu bringen.

Mini-Motoren, so groß wie dieser Punkt o…
Das erste Exponat, das mir ins Auge fällt, ist so klein, dass man es praktisch auf den ersten Blick gar nicht sehen kann 😉 Der Mini-Motor ist nämlich kaum größer als dieser kleine Kreis hier → o.
“Hat der Motor überhaupt genug Leistung um irgendetwas wirklich antreiben zu können? Was kann man denn mit einem so kleinen Motor später machen?” Der Wissenschaftler der Leibniz-Universität Hannover sieht einen Moment ratlos aus: “Naja, mit Medizin kenn’ ich mich nicht so gut aus… aber der Motor kann z.B. als Pumpe in Venen und Arterien eingesetzt werden, um dort das Blut durchzupumpen, falls jemand Probleme bei der Durchblutung eines Körperteils, z.B. des Beins hat. So kann auf den Herzschrittmacher als zentrale Pumpe verzichtet werden und die Operation ist nicht so aufwändig.”

…Kameras, die Farben filtern können…
In einer Ecke des Niedersachsen-Stands steht ein junger Herr von der Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen neben einer LED-Leuchte, die in allen 6 Spektralfarben bunt leuchtet. Zwei Wissenschaftler der Fachhochschule haben zusammen eine Kamera entwickelt, die jeweils nur eine der Spektralfarben auf dem Bildschirm anzeigt, der Rest des Bildes ist komplett schwarz. “Wozu kann man das denn gebrauchen?”, fragst du dich sicher genauso wie ich. “Bei der Küstenwache kann dieses System sinnvoll zum Einsatz kommen: Stellt man die Kamera so ein, dass nur das Rot des Rettungsrings gefiltert wird, lässt sich ein Schiffbrüchiger auf hoher See, der sonst nur sehr schwer zu erkennen wäre, relativ leicht finden.”

…LKWs, die von alleine fahren (sollten)…
Ein paar Schritte weiter steht auf einem kleinen Parcours ein Modell-LKW, der mit Hilfe eines Kamerasystems alleine fahren und einparken können soll. “Dazu braucht er als Orientierungspunkte nichts weiter als die bereits vorhandenen Straßenmarkierungen” wird mir vom Mitarbeiter der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel versichert. Aber bewegen tut sich der LKW nicht. “Ich würd’ dir das wirklich gerne zeigen, wie der LKW ganz von alleine fährt, aber wir haben hier Probleme mit der Funkübertragung zwischen LKW und Computer. In der Realität würde sich das Computersystem, das die Bilder der Kameras verarbeitet und den LKW lenkt, direkt im LKW befinden, dann gibt’s auch keine Probleme.” Schade!

…und Humor!
Dass Naturwissenschaftler entgegen aller Vorurteile auch eine Menge Humor haben, zeigt der Info-Aufsteller zu einem Nachweisgerät für hochgefährliche chemische Sprengstoffe. Auf einem Foto wird eine typische Anwendungssituation gezeigt: Ein Zöllner durchsucht einen Koffer am Flughafen, in dem zwei Pullis und ein Krimi sind – der Titel des Buchs: “Chemie des Todes” 😀

Stichwörter: , , , , , ,

Kategorisiert in: