Die Geschichte der E-Gitarre

Am 28. April 2009 veröffentlicht von Birk Grüling

birk_segovax_pixeliodeIch sitze mit meiner Gitarre auf dem Bett- rand. Ein Freund hat mir versprochen, mir Spie- len beizubringen. Etwas entnervt zupfe ich an den Saiten meiner Gitarre, alles ist etwas schwerer als gedacht. Immerhin erklingt bei jedem Zupfen ein Ton. Gegenüber steht die Fender-E-Gitarre mei- nes Kumpels. Ich schnappe sie mir und spiele einen E-Akkord. Komisch, der Ton klingt ganz komisch, sehr schwach, überhaupt die E-Gitarre ist auch viel flacher als meine Western-Gitarre. Erst als ich den Stecker in den Verstärker stecke, ertönt der laute E-Akkord, aber ganz anders als gewöhnt. Komisch, denke ich, wer ist eigentlich auf die Idee mit dem Verstärker und der E-Gitarre gekommen?

Es war um 1920. In Amerika spielten Big Bands mit vielen Instrumenten. Die Gitarristen hatten ein großes Problem, sie gingen in dem Instrumentengewühl der Lieder oft unter. Die Gitarre muss einfach lauter werden, doch die Instrumentbauer der damaligen Zeit sind mit dieser Aufgabe noch überfordert. Zwar spielen einige Bastler mit elektronischem Verstärker herum. Leider stoßen diese Experimente aber auf Skepsis und verlaufen im Sande.

Erst 1931 haben zwei Menschen eine zündende Idee. Die Gitarrenbauer Adolph Rickenbacher und George Beauchchamp entwickeln einen Tonabnehmer, der auf dem Prinzip der elektromagnetischen Induktion basiert. Dabei werden die Saitenschwingungen durch Dauermagnete in schwache elektrische Signale umgewandelt und in einen Verstärker weitergeleitet. Dort werden die Schwingungen zu Töne verwandelt. Mit der Erfindung trat Rickenbacher eine große Welle los. Alle großen Gitarrenbauer verbauten den Tonabnehmer.

Die erste, in Serie produzierte E-Gitarre, war die Gibson ES-150. ES steht für Electric Spanish und die 150 einfach für den Kaufpreis von 150 Dollar.

1941 kam es dann zu einer wichtigen Weiterentwicklung hin zur modernen E-Gitarre. Er baute in „normale“ Gitarren ein massives Gerät ein, dadurch wurden die störenden Rückkopplungen unterdrückt und die Saiten konnten länger schwingen. Durch dieses Modell wurde auch der wohl bekannteste Gitarrenbauer aller Zeiten beeinflusst, Leo Fender.

Seine „Esquire“ war 1950 die erste E-Gitarre in Massenproduktion. Die Gitarre hatte keinen großen Resonanzkörper mehr wie eine akustische Gitarre, sondern war dünn wie ein Brett. Diese Version der Gitarre wird heute noch verkauft.

So entstanden die E-Gitarre und auch die Rockmusik. Die Gitarren wurden immer lauter und die Musik schneller. Natürlich haben sich die elektronischen Gitarren immer weiter entwickelt und heute gibt es ganz viele tolle neue Funktionen, aber die Version von 1930 ist heute immer noch Grundlage für die Rockmusik und die Gitarre das wohl beliebteste Instrument.

Ich schnappe mir wieder meine Gitarre und versuche erneut ein Lied zu spielen Noch klappen die Akkordgriffe sehr langsam, aber vielleicht werde ich ja auch mal……..

Stichwörter: , , , ,

Kategorisiert in: