Salzgitter AG: Studieren mit dem “Roten Faden”

Am 9. Juni 2009 veröffentlicht von Marie Gräber

STUPRAXe

STUPRAXe

Maschinenbau ist eine der ältesten Ingenieurdisziplinen. Neben Elektrotechnik und Bauingenieurwesen ist das Maschinenbaustudium eines der drei klassischen Ausbildungswege für angehende Diplomingenieure. Fast genauso alt und traditionsträchtig ist die Salzgitter AG. 1858 gegründet, zählt die deutsche Aktiengesellschaft zu den führenden Stahltechnologie-Konzernen Europas. Wie man als Maschinenbaustudent einer von rund 24.000 Mitarbeitern des Werkes weltweit werden kann und wie sich das mit dem Studium vereinen lässt, haben mir die „STUPRAXe“ Christian Soyta (23) und Christian Hill (23) im Interview verraten.Die Salzgitter AG wirbt für STUPRAX- Das Studium im Praxisverbund. Es wird als Möglichkeit, „Berufsausbildung und Studium zu verzahnen” beschrieben. Was kann ich mir darunter vorstellen?

STUPRAX ist eine Form des dualen Studiums, das Studenten gleich zu Beginn ihres Studiums erlaubt, Praxis und Theorie miteinander zu verbinden. Parallel zu dem unabhängigen Maschinenbaustudium erhalten wir eine Ausbildung als Industriemechaniker bei der Salzgitter AG. Von den insgesamt acht Semestern sind zwei praxisbezogen, die wir in den Werken der Salzgitter Gruppe ableisten.

Was sind die Vorteile daran, Studium und Ausbildung zu vereinen?

Studieren ist mitunter sehr theoretisch. Durch die parallele Ausbildung wird im Hörsaal Erklärtes praxisbezogener und „Ich weiß, was ich da studiere”, weil ich mein Wissen vor Ort anwenden kann. Zeitgleich wird uns ein sicherer Arbeitsplatz bei der Salzgitter AG garantiert. Wir studieren also mit dem „Roten Faden” und lernen unseren potenziellen Arbeitsplatz kennen, so dass die spätere Einarbeitungszeit nicht schwer fällt. Zusätzlich bekommen wir einen betrieblichen Paten – meist einen erfahrenen Ingenieur – zugewiesen, so dass wir den Arbeitsalltag aus Sicht eines Angestellten mit viel Verantwortung kennenlernen und zeitig eigene Berufserfahrung sammeln. Wir starten also zweifach gebildet ins Arbeitsleben ohne Zeit zu verlieren.

Inwieweit unterscheidet sich ihr Arbeitsalltag im dualen Studium von dem eines „normalen” Studenten?

Meine berufliche Zukunft ist verglichen mit der von Kommilitonen, die nicht dual studieren, absehbarer. Ich habe die Aussicht auf einen sicheren Arbeitsplatz bei einem Unternehmen, das ich durch die Ausbildung schon kennengelernt habe. Vor allem in Zeiten der Demotivation, in denen man sich als Student fragt, „Wofür das alles?!”, kann dieses Wissen als Motivationsschub dienen. Ich habe dann immer das Gefühl für meinen potenziellen Arbeitgeber gut abschneiden zu müssen und setze mich eher noch mal hin, um zu lernen.

Auch finanziell gesehen habe ich eindeutig die besseren Karten. Durch Studiengebühren und steigende Lebenshaltungskosten ist das Budget eines Durchschnittsstudenten knapp. Mein bester Freund musste so einen Studienkredit aufnehmen. Für mich hingegen zahlt die Salzgitter AG die Studiengebühren, zusätzlich bekomme ich monatlich ein Stipendium von 900 Euro. Ich kann mich also voll und ganz auf mein Studium konzentrieren und muss nicht noch nebenbei jobben gehen.

„Abwechslungsreiche Tätigkeiten”- die Ausbildung bei STUPRAX präsentiert sich als sehr vielseitig. Konnten Sie schon Einblicke in die verschiedenen Bereiche der Salzgitter AG gewinnen?

Die Salzgitter Gruppe untergliedert sich in die Unternehmensbereiche Stahl, Handel, Röhren, Dienstleistungen und Technologie. Ein derart großer Konzern bietet dementsprechend auch viele verschiedene Arbeitsplätze, die wiederum unterschiedliche Anforderungen mit sich bringen. Ich habe zum Beispiel im Hochofenwerk gearbeitet und damit den Bereich Stahl kennengelernt. Betriebswirtschaftliche Aufgaben konnte ich dagegen in der technischen Kundenberatung übernehmen.

Nach eineinhalb Jahren Studium erlangt man den Abschluss „Bachelor of Engeeniering”. Wie sieht die Arbeit eines Absolventen aus?

Das kann ganz unterschiedlich sein. Zu der Arbeit eines Ingenieurs mit der Fachrichtung Maschinenbau gehört das „Live”-Dabeisein im Werk, aber eben auch die normale Büroarbeit. Generell dreht sich viel um die Fragen „Warum produziert eine Maschine nicht? Was kann man optimieren?” Meine Aufgabe ist es dann, die passende Antwort zu finden und den Prozess zu optimieren. Unter dem Anzug sollte man also immer eine Arbeitshose in Petto haben.

Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen, um Maschinenbau zu studieren?

Technikbegeisterung ist Pflicht. Du solltest sowohl Mathematik, als auch die weiteren naturwissenschaftlichen Fächer Physik und Chemie mögen. Zeitgleich solltest du über gute Kenntnisse in mindestens einer Fremdsprache verfügen.

Es wird viel im Team gearbeitet, so dass Du offen für Neues und die Ideen anderer sein musst. Du solltest Leistungsbereitschaft zeigen und Dich selbst motivieren können. Alles in allem lautet das Schlüsselwort „Eigeninitiative”. Die kannst Du zum Beispiel bei unserem Stand auf der IdeenExpo 2009 rund um die Frage, „Was wäre die Welt ohne Metall?” erproben.

* http://www.salzgitter-ag.de/de/Jobs_Karriere/Studium/Studium_im_Praxisverbund/

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