Geoday in Hannover

Am 12. Juni 2009 veröffentlicht von Mareike Zoege

5. Juni. Ein großer weißer Bau in der Innenstadt, Hildesheimer Straße, direkt neben der Stadtbibliothek: Das ist das Regionshaus Hannover. Die Tür steht offen, im Foyer schlendern Erwachsene und Jugendliche zwischen Stehtischen und einem Getränkebuffet. Das Regionshaus hat heute zum Geoday 2009 eingeladen. Motto: Faszination Geowissenschaften.

Der Geoday wird alle zwei Jahre von der Deutschen Gesellschaft für Kartographie und dem Leibnitz-Institut für Geophysik veranstaltet. Es ist eine Fortbildung für Geographie- und Physiklehrer, doch auch Studenten und Oberstufenschüler sind herzlich willkommen. Die neusten Entwicklungen der Geoszene sollen dort an sie weitergegeben werden. Geowissenschaften beschäftigen sich mit der Erde und gehören zu den Naturwissenschaften.

Von 9 Uhr morgens bis 15 Uhr nachmittags werden Vorträge gehalten. „Global denken – regional handeln: Klimaschutzregion Hannover“ heißt es da oder „Die Weser – Ein Fluss des Menschen?“ oder „Sanierung der Nordstadt Hannovers“. In den Stuhlreihen sitzen Lehrer und Schüler. So zum Beispiel die 18-jährige Alina, sie ist mit ihrem Erdkunde-Kurs der KGS Hemmingen seit heute Morgen dabei. „Die meisten Vorträge sind ganz gut“, sagt sie. Sie interessiert sich für Geographie, möchte das Fach vielleicht sogar studieren.

Am Redepult steht gerade Martin Pries. Sein Vortrag heißt „ECE (Einkaufszentrum in der City) – Zukunft oder Tod der Innenstädte?“. Er erzählt, wie sich im Zuge der Industrialisierung die Bilder der Städte wandelten, zeigt Luftaufnahmen amerikanischer und europäischer Städte von vor Jahrzehnten und von heute. Viele Fachbegriffe fallen, es ist von Suburbanisierung und Steuerfaktoren die Rede. Das Publikum lauscht aufmerksam, die meisten scheinen mit der Argumentation vertraut zu sein. Und das Fazit, sind Einkaufzentren nun ein Nutzen für Innenstädte oder nicht? „Jein“, meint Martin Pries. Er spricht sich für „Urban Entertainment Center“ aus, praktisch eine Kulturalisierung der Innenstädte. Aha.

Im Nebenraum sind eine Reihe Infostände aufgebaut. Schulbuchverlage präsentieren ihr Angebot rund ums Thema Geographie, auch die Uni Hannover ist vertreten. Hans-Wilhelm Hurt von der LGN, der Landesvermessung und Geobasisinformation Niedersachsen, hat seinen Laptop aufgeklappt. Begeistert zeigt er die Internet-Homepage „GeoLife.de“, ein Freizeitportal. Wer einen Ausflug in Niedersachsen plant, kann sich dort durch das Angebot klicken. Es gibt Karten und Luftbilder, Adressen von Gasthäusern und Sehenswürdigkeiten, Touren für Radler, Wanderer und Reiter. Geographie für den Privatgebrauch.

Direkt daneben wirbt die IdeenExpo mit Flyern und Ansteckern. Imme-Kathrin Wasserscheidt vom IdeenExpo Team steht für Fragen bereit. Schließlich laufen hier jede Menge geowissenschaftlich interessierte Lehrer und Schüler und somit potentielle IdeenExpo-Besucher herum. Denn Geologie, Geophysik und Kartographie sind Naturwissenschaften und finden sich in den Themen der Ideen Expo wie Leben & Umwelt, Mobilität oder Energie. Wer den Geoday spannend findet, ist sicher auch auf der IdeenExpo richtig.

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