Die Energieumwandlungskette von Siemens

Am 29. Juli 2009 veröffentlicht von Jan Friedrich
Wissenschaftszug

12. Mai 2009 (ja, das ist schon etwas her 🙂 ): Auf Gleis 11 des Messebahnhofs Laatzen stand ein Zug, wie ich ihn noch nie gesehen hatte. Zwölf Waggons, die von außen einfach nur weiß aussahen, beinhalteten die wohl kompakteste IdeenExpo der Welt – den Wissen- schaftszug. Zwar sind die IdeenExpo 2009 und der Wissenschaftszug zwei verschiedene Dinge, doch was dort präsentiert wurde, lässt sich ohne Zweifel als Vorstufe der IdeenExpo beschreiben.
Ursprung, Denken, Nahrung, Krankheit, Effizienz, Produktion, Gesellschaft […] jeder der zwölf Waggons hatte sein eigenes Thema und wusste, wie er dies in Szene setzen konnte. Durch Videos, Texte und Ausstellungstücke zum Anfassen wurden Dinge erklärt, von denen wir schon gehört haben, jedoch nicht wirklich etwas wissen. So wurde geklärt, wie das Internet funktioniert, warum man eigentlich dunkle Materie im Weltraum vermutet und vieles mehr.
Doch ich war natürlich nicht zum Spaß im Wissenschaftszug. Ich wollte einen Blick auf die sogenannte „Energieumwandlungskette“ von Siemens werfen. Dieses Exponat wird es auch auf der IdeenExpo im September zu sehen geben. Also schnappte ich mir ein paar Flyer und machte mich auf die Suche nach diesem Ausstellungsstück. Als ich endlich in Wagen 9 angekommen war, sah ich vor mir einen großen Touchscreen, der mir durch einen einfachen Fingerdruck alles über Energieumwandlung sagen konnte. Wie wird Kohle eigentlich zu Strom? Woher wissen die Kraftwerke, wie viel Strom sie ins Netz speisen sollen? Wie viel Prozent des Stroms wird aus Windkraft gewonnen und wie? Auf alles hatte ich am Ende des Tages eine Antwort und auch der kleine Christoph und seine Schwester (Foto) waren begeistert. „Ich verstehe zwar nicht alles, aber ich kann viel ausprobieren und anfassen“, teilte Christoph mir im Interview mit. Und nachdem mir seine Mutter noch versichert hat, dass sie auf alle Fälle zur IdeenExpo 2009 kommen – „wir fanden das vor zwei Jahren schon gut“ – verließ ich den Wissenschaftszug in der Hoffnung, dass alle, die den Zug schon toll fanden, auch zur IdeenExpo kommen werden. Denn dort werden nicht nur zwölf Waggons voll Spaß und Wissen sein, sondern ganze 23.000 Quadratmeter!
Da Siemens mit der „Energieumwandlungskette“ auch bei der IdeenExpo 2009 dabei sein wird, nutzte ich die Gelegenheit ein paar Fragen an Dana Knake, Pressesprecherin der Siemens-Region Mitte, zu stellen. Und was dabei herausgekommen ist, fand ich persönlich sehr spannend:
Um Deutschland zum Beispiel im Rennen um die Umwelttechnologien an einer der führenden Positionen zu halten und die großen Herausforderungen, denen sich die Menschen in Zukunft stellen müssen, lösen zu können, brauchen Unternehmen wie Siemens die Ideen und den Erfindergeist der nachkommenden Generationen. Daher achtet Siemens vor allem darauf, gut ausgebildete Nachwuchskräfte zu gewinnen und sie gezielt zu fördern. Derzeit gibt es rund 1.500 offene Stellen bei Siemens, davon 80 Prozent für Ingenieure (Elektrotechniker, Maschinenbauer) und Naturwissenschaftler. Hinzu kommen zahlreiche Ausbildungs- und Studiengänge.

Das komplette Interview mit Frau Knake gibt es unten. Zur Homepage von Siemens gelangt ihr mit einem Klick auf diesen Link. Nähere Infos rund ums Thema Ausbildung bei Siemens findet ihr unter www.siemens.de/ausbildung.

Vielen Dank für euer offenes Ohr bzw. Auge und wer den Wissenschaftszug noch sehen möchte, dem sei gesagt, dass dieser noch bis zum 24.11.2009 in ganz Deutschland unterwegs ist. (Näheres gibt’s hier)

Interview mit Frau Knake:

Thema Energie

1. Unser IdeenFinderBlog soll ja vor allem potentielle Arbeitskräfte von morgen ansprechen. Ist Siemens im Bereich erneuerbarer Energien auf die Hilfe von Jung-Ingenieuren angewiesen und ist ein Studium in dieser Richtung lohnenswert?

Innovationen und Know-How sind heute mehr denn je ein entscheidender Wettbewerbsvorteil – nicht nur von Unternehmen, sondern auch von Staaten. Wenn Deutschland bei vielen Technologien wie etwa im Bereich Umwelt die Führungsposition behalten will, brauchen wir auch in der Zukunft die Ideen und den Erfindergeist der nachkommenden Generationen!

Die Nachwuchsförderung hat daher bei Siemens seit langem schon einen hohen Stellenwert und wir möchten jeden, der sein Interesse an Naturwissenschaften und Technik entdeckt hat, dazu ermutigen, ein Studium oder eine Ausbildung in dieser Richtung einzuschlagen.

Derzeit gibt es rund 1.500 offene Stellen bei Siemens, davon 80% fĂĽr Ingenieure (Elektrotechniker, Maschinenbauer) und Naturwissenschaftler.

2. Glauben Sie, dass wir in ferner Zukunft einmal komplett auf Ă–l, Erdgas und Kohle verzichten können und so fĂĽr eine “gesunde” Erde sorgen können?

Erneuerbare Energien – allem voran die Windkraft-Technik – sind deutlich auf dem Vormarsch. Auch Siemens ist mit neuen Technologien, seiner Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet ganz vorne mit dabei.

Man kann jedoch davon ausgehen, dass im Jahr 2020 noch immer zwei Drittel des erzeugten Stroms fossilen Ursprungs sein werden. Ein weiteres wichtiges Ziel muss es daher sein, die Kraftwerke zu modernisieren und ihren Wirkungsgrad zu erhöhen, damit sie möglichst viel CO2 einsparen: Wären alle bestehenden Anlagen auf dem neuesten Stand, würden sie 2,5 Milliarden Tonnen weniger Kohlendioxid pro Jahr in die Atmosphäre pusten.

3. Was tut Siemens jetzt schon fĂĽr eine “gesunde” Erde?

Siemens ist heute der weltweit größte Anbieter von Umwelttechnologien, also von energieeffizienten und CO2-armen Produkten und Lösungen und leistet damit einen direkten, nachweisbaren Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz:

Allein die im Jahr 2008 neu installierten Produkte und Lösungen halfen den Kunden, rund 34 Millionen Tonnen CO2 weltweit einzusparen. Zusammen mit den seit 2002 eingesetzten Komponenten des Portfolios lagen die CO2-Einsparungen der Kunden sogar bei rund 148 Millionen Tonnen. Das entspricht ungefähr dem Wert, den man erhält, wenn man die gesamten CO2-Emissionen der Städte New York, Tokio und Berlin zusammenrechnet.

Daneben hat es sich Siemens auch selbst zum Ziel gesetzt, seine CO2-Emissionen, den Energie- und Wasserverbrauch sowie die MĂĽllproduktion bis zum Jahr 2011 deutlich zu senken.

4. Woran wird zurzeit bei Siemens gearbeitet/geforscht? Geht es um effizientere Autos, geht es um effizientere Arten der Stromgewinnung wie Wasser- oder Windkraft oder geht es hauptsächlich um die Entwicklung neuer, innovativer Technologien, die die Welt noch nie gesehen hat?

Mit seinen weltweit 32.500 Forschern und Entwicklern zählt Siemens zu den innovationsstärksten Unternehmen weltweit. Der Konzern ist führend in der Elektronik- und Elektrotechnik und in den drei Sektoren Industrie-, Energie- und Medizintechnik tätig. Entsprechend breit gefächert ist auch das Spektrum an innovativen Produkten und Lösungen, an denen derzeit gearbeitet wird.

Ein Schwerpunkt liegt, wie bereits erwähnt, auf der Entwicklung moderner Technologien, mit denen sich Energie effizienter und umweltfreundlicher erzeugen, transportieren und einsetzen lässt, und die den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase nachhaltig reduzieren.

Nur eines von zahlreichen Beispielen: Am Standort Irsching bei Ingolstadt hat Siemens eine Testanlage errichtet, in der die fortschrittlichste Gasturbine der Welt entwickelt wird. Indem sie den Wirkungsgrad von Gas- und Dampfturbinenkraftwerken auf über 60 Prozent steigert, verringert sie den Schadstoffausstoß um jährlich rund 40.000 Tonnen Kohlendioxid – ein echter Quantensprung in der Kraftwerkstechnik!

Auch im Bereich erneuerbarer Energien treibt Siemens die Entwicklung neuer Lösungen stark voran: Insbesondere im Bereich Off-Shore-Windkraftanlagen, also im Meer errichteter Anlagen, ist das Unternehmen führend. Das nur als kleiner Auschnitt.

5. Wie kann ich als junger Mensch helfen die Umwelt zu verbessern, ohne komplett auf „lebenswichtige“ Dinge wie Auto und Computer verzichten zu müssen?

Der Klimawandel ist wohl die größte Herausforderung, vor der die Menschen heute stehen. Wir alle müssen uns letztlich der Frage stellen, wie wir künftig bewusster und umweltschonender mit Energie umgehen können.

Um SchĂĽlerinnen und SchĂĽler genau fĂĽr dieses Zukunftsthema zu sensibilisieren, haben die Siemens-Niederlassungen in Hannover, Braunschweig, Bielefeld und Kassel erst kĂĽrzlich Energiespar-Workshops fĂĽr Jugendliche mit mehreren lokalen Schulen organisiert.

Vermittelt wurden hier unter anderem ganz praktische Tipps für den Alltag, mit denen sich auch noch Geld sparen lässt – beginnend beim Einsatz von Energiesparlampen oder Wasserspar-Perlatoren im Haushalt bis hin zur richtigen Lüftung von Räumen im Winter: Messungen im Klassenraum zeigten beispielsweise anschaulich, dass eine minutenkurze Stoßlüftung bei komplett geöffnetem Fenster und geöffneter Tür der effizienteste und energiesparendste Weg ist, um die Luft in einem Raum auszutauschen, da Wände und Möbel dadurch nicht auskühlen.

Thema IdeenExpo

6. In welcher Themenwelt/Themenwelten wird sich Siemens auf der IdeenExpo präsentieren?

Sie finden unseren Stand in der Themenwelt „Leben und Umwelt“. Er wird in diesem Jahr mit über 200 m2 mehr als doppelt so groß sein als bei der Veranstaltung 2007. Insgesamt warten auf die Besucher rund 20 Exponate zum Mitmachen und Entdecken: Schwerpunkte bilden dabei die Themenfelder „Technologien für ein gesundes Leben“ und „Leben mit dem 6. Sinn – Sensorik im Alltag“. Hinzu kommen die Themen „Energie ist kein Geheimnis“ und „Technik in Bewegung“.

Die Mitmach-Stationen werden auch in diesem Jahr wieder von unseren Auszubildenden betreut. Einige der ausgestellten Exponate sind darĂĽber hinaus von jungen Siemens-Azubis selbst entwickelt worden.

7. Welche Möglichkeiten habe ich als Abiturient oder RealschĂĽler mich bei Siemens zu beweisen? Kann ich ein duales Studium machen, eine Ausbildung, erste Praktika? Werde ich vielleicht auch ĂĽber die IdeenExpo die Möglichkeit haben mal bei Siemens “reinzuschnuppern”?

Siemens bietet eine ganze Reihe von attraktiven Ausbildungs- und Studiengängen im Bereich der Elektro-, IT-, Metall- und Technologie-Berufe an. Der schnellste und direkteste Weg, um sich zu informieren und zu bewerben, ist unser Online-Portal: www.siemens.de/ausbildung.

Hier finden auch diejenigen Hilfestellung, die sich noch nicht sicher sind, welcher Beruf der richtige für sie ist: Über „Jona“, den Job Navigator von Siemens, erhalten sie Zugang zu einer Reihe der neuesten Online-Tests. Wer diese absolviert, erhält direkt im Anschluss alle Informationen für die passende Ausbildung.

8. Weshalb beteiligt sich Siemens an der IdeenExpo 2009, was verspricht sich Siemens davon?

Um Deutschland wettbewerbsfähig zu halten und die Herausforderungen der Zukunft lösen zu können, brauchen wir für die kommenden Jahre mehr Nachwuchs in den naturwissenschaftlich-technischen Berufen. Wir können es uns weder als Gesellschaft noch als Unternehmen leisten, das Potenzial, das in der jungen Generation vorhanden ist, nicht stärker zu fördern und zu nutzen.

Ziel muss es sein, junge Menschen so früh wie möglich für die Faszination von Naturwissenschaften und Technik zu gewinnen, ihre Neugier anzuregen, Hemmschwellen und Berührungsängste zu nehmen und neue Impulse zu geben. Mit unserer Beteiligung an der IdeenExpo wollen wir genau das erreichen.

9. Glauben Sie, dass die IdeenExpo 2009 ein Erfolg wird und Deutschland und besonders Niedersachsen dadurch vielleicht den einen oder anderen zusätzlichen Spitzeningenieur gewinnt?

Wir unterstützen die IdeenExpo, weil wir davon überzeugt sind, dass sie einen wichtigen Beitrag zur Nachwuchsförderung leistet. Natürlich wünschen wir uns, dass die Veranstaltung auch bei den jungen Besuchern einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt und möglichst vielen von ihnen Lust auf eine naturwissenschaftlich-technische Karriere macht.

Nach dem Erfolg der ersten IdeenExpo vor zwei Jahren freuen wir uns in jedem Fall auf den kommenden September und auf weitere neun spannende und erlebnisreiche Messe-Tage!

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