Das Für und Wider eines Stromausfalls…

Am 17. August 2009 veröffentlicht von Jennifer Schenke

Draußen zwitschern die Vögel so laut, dass ich aufwache. Moment, wieso hat mein Wecker denn nicht geklingelt? Es ist doch bestimmt schon 7 Uhr, so hell, wie draußen die Sonne scheint! Ein kurzer Blick auf das Display zeigt – nichts. Oh nein, Stromausfall!

Ein lecker gebräunter Toast zum Frühstück fällt also schon mal flach. Und den Kühlschrank darf ich nicht zu lange offen stehen lassen, sonst entweicht die ganze Kälte und alles wird langsam schlecht. Egal, ein schneller Griff zur Milch fürs Müsli muss trotzdem sein. Ein leckeres Mittagessen wollte ich heute für meine Freunde kochen – aber wie ohne Strom? Zur Not könnte ich den Grill anschmeißen. Eigentlich gar keine schlechte Alternative. Käse und Ananas fehlen mir noch für mein geplantes Menü. Also nix wie los ins nächste Lebensmittelgeschäft. Doch ohne Strom fährt auch keine Straßenbahn. Und mit dem Fahrrad ist der Weg zu weit, da wäre der Käse schon zerlaufen, bevor ich wieder zu Hause angekommen bin. Draußen klettern die Temperaturen in die Höhe und ich fange an, meinen kleinen Ventilator zu vermissen. Vielleicht wird es ja irgendwann so warm, dass hier Palmen wachsen und ich mir mit Palmenwedeln Luft zu fächern kann? 😉 Dazu bräuchte man dann immerhin keinen Strom.

Der geplante DVD-Nachmittag muss wohl ebenfalls ausfallen. Was könnten wir stattdessen machen? Im Keller müssten noch irgendwo ein paar Gesellschaftsspiele herumliegen… Das ist sowieso kommunikativer, als gemeinsam auf einen Bildschirm zu starren und dabei zu schweigen. Insgeheim freue ich mich jetzt sogar, dass der Strom ausgefallen ist: Das wird bestimmt ein richtig cooler Nachmittag. Ganz anders als unsere Treffen sonst – aber wohl ziemlich einmalig mit Grillfeuer und Brettspielen!

Nachdem ich den Salat fertig geschnitten und schnell wieder in den noch halbwegs kühlen Kühlschrank gestellt habe, würde ich mir die Zeit bis zum Mittag gern mit fernsehen vertreiben. Stattdessen schnappe ich mir diesen dicken „Schinken“, den ich schon seit Weihnachten lesen will. Das Buch klingt richtig interessant, aber ich hab nie die Zeit gefunden, es anzufangen. Perfekt also für einen stromlosen Tag wie heute! Völlig versunken in mein Buch, höre ich plötzlich ohrenbetäubenden Lärm. Wieso plärrt mir denn auf einmal in voller Lautstärke Lady Gaga aus dem Radio entgegen? Ach so! Der Stromausfall ist vorbei – das Radio ist von allein wieder angesprungen und hat dabei alle alten Einstellungen „vergessen“. Die Stille vorher war ziemlich angenehm – fast schon schade, dass der Strom jetzt wieder da ist. Ich glaube, die DVDs werde ich heute trotzdem im Schrank lassen, mal was Neues! 🙂

Rund um den Strom:

Der durchschnittliche Stromverbrauch eines Bundesbürgers beträgt pro Jahr etwa 6.000 kWh, also etwa 16,5 kWh pro Tag. Eine Solarstromanlage in Deutschland kann etwa 1.000 kWh pro Jahr pro Quadratmeter erzeugen. Also bräuchte man rein theoretisch eine ungefähr sechs Quadratmeter große Solarstromanlage auf dem Dach, um seinen „eigenen“ Strom zu gewinnen.

Im Vergleich mit anderen Ländern sind Stromausfälle in Deutschland extrem selten. Daher ist uns oft gar nicht bewusst, wo wir überall Strom benutzen und auch dringend benötigen: Der automatische Griff zum Lichtschalter, wenn man den Raum betritt; der Radiowecker, der jeden Morgen anspringt; der Kühlschrank, der immer kühle Getränke bereithält; … All diese Dinge laufen ganz selbstverständlich „im Hintergrund“, ohne dass wir merken, wie wichtig sie für uns sind – bis sie mal nicht funktionieren.

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