IdeenExpo Botschafter + IdeenExpo Sponsor = Top-Praktikum

Am 15. Dezember 2010 veröffentlicht von Michel Kuhlmann
Michel bei VW

Michel bei VW

Um mich für das Wirtschaftsingenieurs-Studium an der Universität Bremen bewerben zu können, musste ich ein 6-wöchiges Vorpraktikum vorweisen. Ziel dieses Vorpraktikums ist es, die Studenten nicht komplett ohne Praxiserfahrung in die Vorlesungen zu schicken.

Auf der IdeenExpo habe ich mich unter anderem viel mit Vertretern von Volkswagen unterhalten, sodass ich für die Mission „Vorpraktikum“ gleich Ansprechpartner hatte. 🙂  Da das Pendeln von meinem Elternhaus in Egestorf zum VW Hauptsitz in Wolfsburg sehr aufwändig gewesen wäre, erhielt ich die Gelegenheit das Vorpraktikum bei VW Nutzfahrzeuge (VWN) in Hannover Stöcken abzuleisten – wie sich rausstellte ein echter Glücksgriff!

9. August 2010:  Hemd gebügelt, Schuhe geputzt und Unterlagen eingepackt. Den Weg hab ich vorher im Internet gecheckt und schwing mich auf‘s Motorrad. Auf der A2 stelle ich Höhe Wunstorf fest, dass sich das zeitige Losfahren gelohnt hat – der Verkehr steht wegen einer Baustelle ein paar Kilometer still. Motorrad geparkt und ich geh Richtung Sicherheitstor…  Ein Mitarbeiter lässt mich mit seinem Ausweis netterweise durch und ICH BIN DRIN!

Das Gelände ist riesig! Ich finde dank eines Werksplans den ich vorher per E-Mail bekommen habe, aber trotzdem den Weg zu dem Büro in dem ich mich anmelden soll. Dort werde ich freundlich empfangen und erledige zunächst Formalitäten wie z.B. eine generelle Sicherheitsbelehrung. Als nächstes geht es mit dem Ausbilder, der die nächsten Tage für mich zuständig sein wird, in Richtung Personalabteilung. KLICK – und schon habe ich einen Mitarbeiterausweis mit Foto. Mit diesem komme ich durch die Sicherheitstore und kann überall im Werk für Speisen und Getränke bezahlen, nachdem ich den Ausweis mit Cash aufgeladen habe.
Für den Rest des Tages bekomme ich einen Kurzüberblick über das Werksgelände und die Räumlichkeiten in denen ich in den nächsten Tagen sein werde.

In der ersten Woche werde ich bei den Auszubildenden eingesetzt. Ich erfahre wie Rohmaterialien und Dinge wie Steckdosen, Schrauben für interne, nicht produktionsbezogene Zwecke bestellt werden und navigiere auch selbst durch die verschiedenen Bestell-Plattformen. Bei den zukünftigen Elektrikern erfahre ich, dass noch auf Steckdosen gewartet wird, die ich am Tag vorher bestellt habe… Die ersten Kreise schließen sich!

Zweite Woche und wieder ist alles neu! Ich darf ein Durchlauf-Praktikum absolvieren, bin also in vielen verschiedenen Abteilungen eingesetzt und kann überall zahlreiche Erfahrungen sammeln. In dieser Woche lerne ich die Steuerung der Roboterarme kennen, die in der Produktion der Autos eingesetzt werden. In einem Workshop darf ich einen solchen „Robbi“ auch mal selbst mit einer 6(!) dimensionalen Maus steuern! – eine echte Herausforderung, die viel Feingefühl verlangt, gut also, dass die Roboter in der Produktion automatisch laufen. Trotzdem muss in Reparaturfällen z.B. manuell eingegriffen werden und deshalb werden Mitarbeiter regelmäßig in diesen Workshops geschult. Außerdem durfte ich diese Woche verschiedene Schweißverfahren kennenlernen und habe viel über das Handwerk erfahren. Was ich sehr interessant fand ist, dass Schweißer regelmäßig Prüfungen für ihre Techniken ablegen müssen, um weiterhin beruflich agieren zu dürfen!

Den Rest der Woche verbringe ich im Queens Hotel als Trainer-Assistent beim Kommunikationsseminar. Mit VW- und VWN-Mitarbeitern aus verschiedenen Standorten und Bereichen erarbeiten wir verschiedene Kommunikationsmodelle. Ein Beispiel ist das Modell der 4 Seiten einer Nachricht. Es besagt das in einer Aussage eigentlich 4 stecken, nämlich eine Sachaussage, ein Appell, eine Beziehungsaussage und eine Selbstoffenbahrung.

Das zweite Drittel des Praktikums verbringe ich im Finanzwesen und Controlling. Hier besteht der Alltag zum größten Teil aus Excel-Tabellen und Zahlen in allen Größenordnungen und Variationen. Hier den Überblick zu behalten, ist gar nicht so einfach. Deshalb gibt es viele Unterabteilungen, die jeweils auf bestimmte Bereiche spezialisiert sind! Egal ob Verkaufszahlen oder angeschaffte Betriebs- und Geschäftsmittel – es gibt Spezialisten für alles. Außerdem gibt es dann noch Abteilungen, bei denen alle Werte zusammen kommen und wo ein Überblick zusammengestellt wird. Da es sich bei den Zahlen und Auswertungen teilweise um sehr sensible Daten handelt, muss ich noch eine zusätzliche Geheimhaltungserklärung unterschreiben (eine generelle für das gesamte Praktikum hatte ich schon vorher unterschrieben). In der Finanzabteilung lerne ich unter anderem, dass auch riesige Konzerne einige Ausgabenposten mit normalen Haushalten teilen – z.B. die Energiekosten! Das hat zur Folge das immer wieder neue Investitionen getätigt werden, um energie-effizienter zu produzieren und somit die Kosten zu senken. Für das Studium erweist sich mittlerweile als sehr nützlich, dass ich Begriffe wie Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) und T-Konten während der Zeit im Finanzwesen bereits kennengelernt habe.

Die letzte Station meines Praktikums ist das Personalwesen. Diese Abteilung kümmert sich nicht nur direkt um die Mitarbeiter, sondern auch um anstehende Maßnahmen zur Verbesserung des Arbeitsumfeldes und der Arbeitsumstände. Das Personalwesen ist in mehrere Personal-Service-Center (PSC) unterteilt, von denen jedes für die Mitarbeiter bestimmter Werksbereiche zuständig ist. Quasi wie ein Tutor für seine Tutanten in der Schule. In den zwei Wochen in dieser Abteilung erlebe ich auch eine Betriebsversammlung mit. Eine riesige Veranstaltung mit riesigem Publikum und bekannten Rednern. Es sprechen führende Betriebsratsmitglieder und auch ein Vorstandsmitglied. In rund 4 Stunden werden sowohl sachliche, als auch zahlreiche politische Punkte angesprochen. Während der Zeit im Personalwesen, darf ich nicht nur an einer Meisterrunde teilnehmen, sondern auch an einer PSC-Leiter Runde. Besonders interessant finde ich neben den verschiedenen Thematiken auch die unterschiedlichen Gesprächsatmosphären – eine echte Horizonterweiterung! In den letzten Tagen bei VWN erfahre ich viel über die Kooperation von VWN und Leibniz Universität Hannover, die vor ein paar Jahren basierend auf gegenseitigem Interesse ins Leben gerufen wurde. Bemerkenswert finde ich besonders Projekte, bei denen Studenten sich mit einer betriebsinternen Thematik beschäftigen, um dann mit dem Ergebnis dem Betrieb einen wirklichen Nutzen zu bringen.

Während des gesamten Praktikums wird VW ausnahmslos als guter Arbeitgeber beschrieben. Nach meinem Praktikum teile ich diese Ansicht, soweit ich das als Praktikant beurteilen kann. Und zwar in jeder Hinsicht: Vielfalt der Aufgabengebiete, Weiterentwicklungsmöglichkeiten und auch Übernahme von sozialer Verantwortung für die Mitarbeiter und noch einige mehr…

Für die Zukunft nehme ich nicht nur die vielfachen Eindrücke und Erfahrungen mit, sondern auch schon eine Ahnung wo ich mich später für Bachlorarbeit, Studiumspraktikum oder sogar Job bewerben kann.

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