Mein Weg als WIng – es geht los!

Am 9. Februar 2011 veröffentlicht von Michel Kuhlmann

Meine Bewerbung für den Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen an der Uni Bremen hat sich gelohnt – ich wurde angenommen und bekam einige Wochen später schon eine Menge Unterlagen! Bei diesen Unterlagen handelte es sich teilweise um sehr nützliche Dinge, die Geld sparen, Zeit sparen oder wichtige Informationen bereitstellen. Besonders wichtig für mich sind im Moment: Mein Studentenausweis (billiger ins Kino kommen 🙂 ), mein Studententicket (24/7 mit Bus und Bahn nicht nur durch Bremen, sondern auch bis Hannover und Hamburg!!) und mein E-Mail Account bei der Uni Bremen (Infos zu Anmeldungen für Lehrveranstaltungen usw. laufen über diese Adresse).

Über den besagten E-Mail Account bekam ich Anfang Oktober eine Mail, die mir mitteilte, dass es für mich nicht erst mit der Orientierungswoche losgeht, sondern schon mit einem Rechnungswesen-Vorkurs  zur Vermittlung der Grundlagen von Buchführung – 5 Tage lang!

Soweit – so gut, schließlich bekam ich meine 4 Weisheitszähne schon in der Woche davor gezogen und die Wangen waren wieder weitestgehend abgeschwollen…

Die erste Herausforderung war für mich die Online-Anmeldung zu sogenannten Tutorien (erster Kontakt mit Uni-Vokabular), in denen der Stoff aus der Vorlesung nochmal bearbeitet und vertieft werden sollte. Die ersten Gruppen waren bereits VOLL (dieses Problem wird mir später noch öfter begegnen…) – also in die übrig gebliebene Gruppe rein.

Herausforderung Nummer 2: Am Montag beginnt die Vorlesung um 10 Uhr in Raum NW1 H1 H0020?! NW1 ist ein Gebäudename… Also bin ich zeitig aufgestanden und habe mich per Bus zum Gebäude Naturwissenschaften 1 begeben. Im Gebäude stand ich in einer großen Halle, kein Zeichen von irgendwelchen Raumnummern. Aber andere angehende Studenten, die auch wild auf Rechnungswesen aussahen, waren da! Es stellte sich raus: Wir wollen alle zum selben Raum! Zusammen sind wir dann durch ein paar Türen in den nächsten Gebäudeteil gelangt, wo ein Schild „Großer Hörsaal“ hing, was sich gut anhörte und auch als richtig herausstellte!

Hörsaal

Hörsaal

Ein großer Hörsaal ist fast wie ein Kinosaal mit ein paar Unterschieden: Es wird nicht pro Vorstellung bezahlt – Studenten haben eine Flatrate (Semesterbeitrag). Es gibt nicht nur eine Leinwand (normale Wand), sondern auch Tafeln, die bis zu ca. 5m hochgefahren werden können. Die Getränkehalter des Kinositzes wurden durch herunterklappbare Tische ersetzt und die Sitzreihen wurden steiler und enger angeordnet, um noch mehr Studenten die Anwesenheit zu ermöglichen. Statt Werbung und Vorschau, gibt es das „Akademische Viertel“: wenn die Veranstaltung mit 10:00 bis 12:00 angegeben ist, findet sie tatsächlich von 10:15 bis 11:45 statt. Tückisch ist jedoch, dass jeder Dozent seine eigene Vorstellung von der Länge der „Werbungen und Vorschauen“ hat.

Beim Vorkurs galt das Akademische Viertel! Da viele andere und ich am ersten Tag unbedingt pünktlich sein wollten, saßen wir bereits um 9:30 im Hörsaal und hatten noch 45 Minuten Zeit uns schon Mal an das neue Umfeld zu gewöhnen.

Der Anfang der Veranstaltung bestand aus Organisatorischem, wie z.B. „Akademisches Viertel“, Internetadresse, wo die Dateien für die Tutorien bereitgestellt werden und Zweck des Vorkurses. Wie sich herausstellte, sind wir der erste Jahrgang, der in den Genuss dieses Vorkurses kam. Im letzten Jahr wurde der Stoff etwas ausführlicher in der Veranstaltung „Technik des betrieblichen Rechnungswesens“ behandelt. Ob das gut oder schlecht ist, wird sich in der Prüfung zeigen! 🙂

Während des Vorkurses wurden wir in die Grundlagen der Bilanzierung und des Jahresabschlusses eingeführt. Dank meines Praktikums bei Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover, das auch einen Aufenthalt in der Finanzabteilung beinhaltete, waren Begriffe wie Gewinn- und Verlustrechnung (GuV), T-Konten und Skonto kein Neuland mehr!

Die Tutorien am Nachmittag haben mich ein wenig an Schule erinnert. Unsere Tutorin war eine BWL-Studentin aus dem 5. Semester, die die Prüfung über den zu behandelnden Stoff bereits abgeschlossen hatte. Zettel mit Aufgaben zum Inhalt der jeweiligen Vorlesung wurden vorher ausgedruckt und möglichst zwischen Vorlesung und Tutorium bearbeitet. Im Tutorium wurden diese Aufgaben dann gemeinsam besprochen und auftauchende Fragen wurden geklärt – quasi wie das Vergleichen von Hausaufgaben in der Schule – mit dem Unterschied, dass Anwesenheit und Beteiligung keine Pflicht sind!

Im letzten Tutorium ging es darum, eine Vielzahl von Geschäftsvorfällen zu buchen und eine entsprechende Bilanz mit GuV aufzustellen. Hierbei ist es wichtig gewesen, den Überblick zu behalten und Zahlen richtig in den Rechner zu tippen! Ich konnte die Aufgabe lösen und sollte daher auch in der Lage sein, den entsprechenden Teil der Klausur im Februar zu lösen. Natürlich wird vorher nochmal wiederholt… 🙂

Alles in allem war der Vorkurs nicht nur fachspezifisch, sondern auch allgemein eine wertvolle Veranstaltung. „Uni für Anfänger“ trifft es ganz gut finde ich! Mit nur einer Vorlesung und einem Tutorium pro Tag war der Zeitaufwand überschaubar und es ging nur um ein einziges Fach. Zum Gewöhnen an Vorlesung, neue Gesichter und neue Arten von Aufgabenstellungen + zum Kennenlernen der Grundlagen von Buchführung war der Vorkurs ideal!

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