Exzellente Forschung in Hannover

Am 30. März 2011 veröffentlicht von Jan Friedrich

„From Regenerative Biology to Reconstructive Therapy“ (dt.: „Von Regenerativer Biologie zu Rekonstruktiver Therapie“) lautet der vollständige Name des Exzellenzclusters REBIRTH, welcher seit dem Jahr 2006 unaufhörlich an der Forschung und Weiterentwicklung moderner Medizin und Biologie arbeitet. Obwohl ich eigentlich Physiker bin und mit Biologie nichts am Hut habe, wagte ich einen Blick hinter die Kulissen dieser hochkarätigen Forschungseinrichtung. Um es vorwegzunehmen: Ich bewegte mich 4 Stunden lang mit offenem Mund durch die Labore und bin noch jetzt von der Fülle an Eindrücken, Erlebnissen und Bildern beeindruckt. Es war unglaublich!

Nachdem ich angekommen war, mich bei einem Kaffee gemütlich unterhalten habe und in die Finanzierung und Arbeitsweise von REBIRTH eingewiesen wurde, war ich schon stark beeindruckt. Ich hatte im Vorfeld zwar den Zwischenbericht zugeschickt bekommen, konnte mir aber dennoch kein wirkliches Bild von dieser Einrichtung machen. Jetzt kann ich es. REBIRTH ist eine Forschungseinrichtung, die sich auf die Erkrankung des blutbildenden Systems spezialisiert hat und jede Forschungsgruppe – davon gibt es eine ganze Menge – leistet ihren Teil zur Erforschung und Therapie dieser Krankheiten. Die eine Gruppe betreibt Forschung mit Stammzell-ählichen-Zellen, eine andere konzentriert sich auf die Leber und wieder eine andere kümmert sich um die Anwendung in der Therapie. Geordnet ist das Ganze in vier Gebiete (Area A-D), welche alle in irgendeiner Art und Weise zusammenarbeiten [siehe Schaubild]. Koordiniert wird der Exzellenzcluster von Prof. Dr. Dr. Axel Haverich, unter dessen Leitung die relativ junge Einrichtung – erst vor 4 Jahren ins Leben gerufen – zu einem etablierten und wichtigen Bestandteil der Forschung in Deutschland gewachsen ist.


Ich gebe zu, die Geschichte und Theorie von REBIRTH ist zwar spannend und interessant, aber atemberaubend sieht anders aus. Deshalb war nach meiner Einweisung auch noch nicht Schluss – im Gegenteil. Jetzt ging es zu einem Rundgang durch die in Millionenhöhe vom Staat geförderte Forschungseinrichtung. Was genau ich dort gesehen habe, kann ich euch aber leider nicht sagen. Nicht, weil es geheim ist oder irgendetwas dort vertuscht werden soll, viel mehr, weil ich kaum ein Wort verstanden habe: -)

Research Areas Rebirth

Embryonale Stammzelle, Differenzierung, Reprogrammierung, Leberzelle, MRNA, RNA, DNA, Analyse mit lustigen Lasern, Krebs, Zellkern, Chromosome, Aminosäure, klonen (das sind noch die bekannteren Worte gewesen) … mein Physiker-Hirn war schlichtweg überfordert. Was ich verstanden habe, war: Wenn ich REBIRTH eine meiner Hautzellen gebe, kann man daraus Stammzellen herstellen, diese in beliebiger Zahl vervielfältigen, Leberzellen, Herzzellen oder Ähnliches daraus machen und in ein paar Jahren vielleicht zu ganzen Organen heranzüchten. Und allein dieser kleine Bereich von REBIRTH hat mich nachhaltig beeindruckt.

Mir war nicht bewusst, dass das Heranzüchten von nutzbaren Zellen bereits so etabliert im Forschungswesen ist. Der Fortschritt, der in den letzten Jahren gemacht wurde, ist enorm und wenn der Status des Exzellenzclusters von REBIRTH verlängert wird – zurzeit ist eine Förderung bis 2011 vorgesehen – gehe ich davon aus, dass Hannover auch weiterhin zur Spitze der deutschen Forschung gehören wird.
Mich hat der Besuch nachhaltig geprägt und ich bin mir sicher, dass es nicht mein Letzter war.

Neben dem Zwischenbericht (2009) erscheint regelmäßig ein Newsletter, welcher sehr interessant und einfach geschrieben ist. Wenn ihr den REBIRTH-Newsletter abonnieren wollt, schreibt an
Stoeber.Yvonne[at]MH-Hannover.de

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