Ganz großes Kino

Am 22. Juni 2011 veröffentlicht von Jan Friedrich
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Filmrollen im Cinemaxx

Im Kino war wohl jeder von uns schon einmal und auch das Cinemaxx sollte daher jedem bekannt sein. Wer aber war bereits hinter den Kulissen des Kinos und des Films?

Ich hatte die Ehre und das Vergnügen einen Einblick in die Räume und Jobs hinter dem eigentlichen Cinemaxx zu bekommen und möchte euch nichts vorenthalten.

Der Tag fing an, wie jeder andere Kinotag auch – Warten im Eingangsbereich. Doch so wie es weiter ging, sollte es immer sein: Ich nahm meine Sachen, warf dem „Türsteher“ einen nervösen Blick zu und ging einfach an der roten Absperrung vorbei. Vielleicht lag es an meiner Begleitung in Form des Filmvorführers, welcher mich nun durch die Katakomben des Cinemaxx führen würde, vielleicht lag es auch einfach an meiner charmanten Art – ich werde dieser Frage beim nächsten Kinobesuch auf den Grund gehen. Jetzt waren wir also im Kino, die weiten Räume, der Geruch von Popcorn, die Filmplakate an den Wänden … sah alles aus wie immer. Und was ich schon kenne, brauche ich mir nicht zeigen lassen, also weiter in Richtung Fahrstuhl.

Zuerst dachte ich, wir sind einfach nur zu faul, um zu laufen, aber dann zeigte sich mir der eigentliche Trick: Die Etage, wo wir hinfuhren, existierte in der Auswahl der Knöpfe überhaupt nicht. Stattdessen mussten wir mittels eines Schlüssels den Fahrstuhl aktivieren und fuhren in die Etage, wo die Geheimnisse des Kinos aufbewahrt werden – den Vorführraum. Hier stehen alle Projektoren der Kinos im Erdgeschoss, hier lagern die Filme, die in diesen Kinos gezeigt werden, hier sind lauter Monitore zur Überwachung des Vorhangs und des Lichtes, unzählige Lampen, Kinopläne und Werkzeuge liegen auf Tischen und Schränken verteilt – ich war so überwältigt, ich bekam kein Wort heraus. Doch ich brauchte auch keine Frage stellen, denn alles wurde mir gezeigt und erklärt.

Das Kino läuft, bis auf zwei Säle, noch komplett über Filmrollen. Die Filmrollen müssen vor der Premiere per Hand mit Werbung versehen, auf große Drehtische aufgelegt und über gefühlte hundert Rollen zu einem anderen Drehtisch verlegt werden. Wenn man einen Film startet, muss man darauf achten, dass die Klappe auch wirklich offen ist, sonst hört man nur den Ton. Außerdem gibt es die Matrix, womit man vor dem Film bestimmen kann, wann das Licht ausgeht, wann der Vorhang aufgeht und wann das Licht am Ende wieder angeht.

Filmprojektor im Cinemaxx

Filmprojektor im Cinemaxx

Bei den digitalen Projektoren existiert eine Festplatte, die die Filme speichert. Das hat den Vorteil, dass man die Werbung nicht per Filmrolle zurechtschneiden muss, sondern einfach per Mausklick vor den Film zieht. Leider geschieht das Kopieren der Filme vom USB-Stick des Filmproduzenten auf die interne Festplatte in Echtzeit, kann also auch gut und gern 2 Stunden in Anspruch nehmen. Damit wir die Filme nicht immer zeigen können, müssen wir uns jede Woche ein neues Passwort aus dem Internet laden, damit wir den Film weiterhin zeigen können. Am liebsten wäre es uns, wenn wir nur digitale Projektoren hätten, aber in den Räumen ist leider kein Platz.

Und übrigens: Die Lampen der Projektoren sind 6000 Watt Xenon Lampen. Die sind nicht nur verdammt hell, sondern können auch sehr schön explodieren – das ist mir aber noch nicht passiert, keine Sorge.

Nach dieser Fülle an Informationen haben wir dann noch einen Abstecher auf das Dach des Cinemaxx, sowie zur Sprinkleranlage und den CO2-Vorräten der Snackbar gemacht. Nachdem wir dann mit unserer Tour durch waren, ging es zum Glück wieder raus an die frische Luft. Nicht, weil mich der leicht ölige Geruch der Projektoren oder die schwache Beleuchtung des Vorführraums gestört haben, sondern weil mein Kopf wieder kurz vor dem Überlaufen war.

Jedem Studenten, Schüler oder Elternteil kann ich nach meiner spannenden Reise nur einen Tipp geben: Setzt euch mit dem Cinemaxx in Verbindung, lasst euch einen Termin geben, seht selbst wie spannend und unterhaltsam der Job des Filmvorführers ist und danach setzt ihr euch in einen der tollen Kinosäle. Ich durfte sogar ein Teil einer Filmrolle als Erinnerungsstück mitnehmen 🙂

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