Strom – macht er unser Leben sicherer oder nur risikoreicher?

Am 22. Juli 2011 veröffentlicht von Jil Berning

Wie sehr wir auf elektrischen Strom angewiesen sind, merken wir erst dann, wenn er plötzlich weg ist. Während man zu Hause einfach eine Kerze anzünden kann, wird es beispielsweise in Krankenhäusern und Flughäfen bei einem Stromausfall kritisch. Dort ist Strom überlebenswichtig.

In den eigenen vier Wänden wäre ein Stromausfall zwar nervig, aber nicht weiter gravierend. Im schlimmsten Fall taut einem der Kühlschrank ab und man hat einiges an Arbeit. Auf Fernsehen, Internet o.ä. kann man für einige Zeit gut verzichten und gegen die Dunkelheit gibt es batteriebetriebene Taschenlampen und Kerzen.

Aber was passiert, wenn ein Krankenhaus betroffen ist? Heutzutage wird im medizinischen Bereich fast alles über Maschinen kontrolliert, was wenn diese mit einem Schlag ausfallen! Die Medizin ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass es wenig gibt, dass nicht behandelt werden kann. Mit Hilfe von Maschinen sind Eingriffe möglich, an die man vor einigen Jahren nicht einmal denken konnte.
Doch was passiert, wenn während einer Operation die Geräte ausfallen und der Lebensretter zum Mörder wird?

In einem Krankenhaus schalten sich zwar innerhalb von 15 Sekunden dieselbetriebene Notstromaggregate ein, die das Klinikum bis zu 24 Stunden mit Strom versorgen können, dennoch gibt es auch im Krankenhaus Bereiche, in denen 15 Sekunden Stromausfall fatale Folgen haben können: 15 Sekunden ohne Strom können im OP oder auf der Intensivstation über Leben und Tod entscheiden.
Für diesen Fall sollen Batterien für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung sorgen, so dass ein Stromausfall überhaupt nicht bemerkbar ist.
Die Theorie besagt also, dass nichts passieren kann, das Restrisiko sei quasi nicht vorhanden. Aber wurde das nicht auch über Atomkraftwerke gesagt? Wir halten den GAU für so unwahrscheinlich, wir verdrängen ihn, dass er nahezu unmöglich scheint.
Bis zwei Züge ineinander rasen, obwohl die automatisierte Belegung der Gleise als sicher galt oder eine unvorhersehbare Naturkatastrophe passiert, die jegliche Grundlage für „die sichere Technik“ zerstört.

Inwieweit gefährden wir uns selbst, in dem wir die Verantwortung immer mehr in die Hände von Maschinen geben, ihr blind vertrauen. Ohne Frage; wir genießen durch die Technik einen sehr hohen Lebensstandard, können Leben retten und mit jedem Menschen auf der Welt kommunizieren. Auch ich möchte dies nicht missen.

Doch es ist wichtig, die Vorteile der Technik zu nutzen ohne die Nachteile aus dem Auge zu lassen und vor allem die Gefahren zu unterschätzen.
Die Technik ist unsere Zukunft, aber nur wenn wir sie auf die richtige Weise und in Maßen gebrauchen. Sie bringt uns Macht, doch sie macht uns nicht allmächtig!

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