Ein Mal leichter bitte…

Am 4. September 2011 veröffentlicht von Jil Berning
Jil am Stand von DOW

Jil am Stand von DOW

Hannover ist eine Fahrrad-Stadt. Tatsächlich erledige ich selbst jede noch so kleine Strecke mit meinem Drahtesel. Wäre da nur nicht das ewige Geschleppe, wenn es abends wieder zurück in den Keller muss.

Nun gibt es endlich Abhilfe, sogar zum Anfassen auf der IdeenExpo. Klingt interessant? Dann passt mal auf.

Denn Dow stellt dieses Jahr Epoxidharz, einen Hochleistungskleber, vor. Und da Dow der weltgrößte Hersteller von Epoxidharz ist und immer wieder neue Harztypen für verschiedene Anwendungen entwickelt, wissen sie wovon sie reden.

Und sie sind zu Recht stolz auf ihr Produkt, denn Epoxidharz hat einige schlagende Argumente: es ist schalldämmend, was es perfekt zur Reduzierung von Motorgeräuschen macht, nicht leitfähig und elastisch.

So findet man Epoxidharz beispielsweise in Antikorrosionslacken, also auch in der Beschichtung von Konservendosen oder in der Computerindustrie um Chips zu befestigen. Außerdem kann der Hochleistungskleber das Schweißen ersetzen und so das Produkt vor Schäden in der Oberfläche schützen. Und noch besser, Stoffe wie Glas und Stahl oder Aluminium und Stahl, die vorher nicht miteinander verbunden werden konnten, werden nun ganz einfach aneinander geklebt. Ein Alleskönner sozusagen.

Bei meiner Tour über den Stand gelangte ich schließlich zu einer ultradünnen Brücke. Sie sieht stabil aus, von weitem hätte man sie auch für Stahl halten können, doch ich lerne, dass sie aus Epoxidharz und Kohlefaser besteht. Kohlefaser ist stark und reißfest, aber leicht formbar. Unbehandelt kann man einen solchen Kohlefaser-Faden auseinander zwirbeln und leicht zerstören. Doch die Beschichtung mit Epoxidharz gibt der Faser eine feste Form.
Da sich die Art der Form fast beliebig wählen lässt, finden Kohlenfaserverbundstoff-Teile, kurz CFK-Teile, überall dort Anwendung, wo es darum geht, hohe Druck- und Zugbelastung und Stabilität zu gewährleisten, gleichzeitig aber am Gewicht zu sparen.

Perfekt also für einen superleichten Fahrradrahmen, die Lösung für meine schlappen Arme. Nur leider kann CFK bislang nur per Hand verarbeitet werden, was mich einige tausend Euro für ein Fahrrad kosten würde.
Denn bevor man das Epoxidharz dazugeben kann, muss die Kohlefaser in Form gebracht werden. Es handelt sich hierbei um simple Textilverarbeitung, denn um die Faser wirklich stabil zu machen, werden sie ineinander verflochten.

Für den Privatmann ist dieser Stoff also noch nicht wirklich erschwinglich, aber sie werden beispielsweise für Rotorblätter von Windkraftanlagen oder für die Luftfahrt verwendet.

Aber das war noch nicht alles, denn auch das Tochterunternehmen Dow Wolff hat einiges zum Entdecken mitgebracht. Hier dreht sich alles um Cellulose-Derivate. Der aus Baumwolle oder Holz gewonnene Stoff kann zum Beispiel Flüssigkeiten stabiler, also zähflüssiger machen. Klingt unspektakulär?
Tatsächlich finden Cellulose-Derivate Anwendung in vielen Produkten des täglichen Lebens, viel mehr als ich gedacht hätte. Zum Beispiel verbessern sie die Beschaffenheit, Form und Konsistenz von Kosmetikprodukten und Lebensmitteln, sorgen in Baustoffen für eine optimale Verarbeitbarkeit oder helfen bei Pharmaprodukten bei einer exakten Dosierung.

Klingt interessant? Dann kommt vorbei im Bereich Leben und Umwelt. Hier stehen einige Auszubildende Rede und Antwort und erzählen euch gerne alles über eine Ausbildung oder ein Duales Studium bei Dow bzw. Dow Wolff.

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