Wie die Natur Ideen für neue Innovationen liefert

Am 24. Juli 2012 veröffentlicht von Jil Berning

Erneuerbare Energien sind ein großes Thema. Jeder hat von der Energiegewinnung durch Wasserkraft, Wind- und Solarenergie oder auch durch Erdwärme und die Gezeiten gehört.

Doch das natürliche Potenzial an sauberer, erneuerbarer Energie ist noch lange nicht vollständig genutzt.

Die neuste Innovation: ein Osmose-Kraftwerk.

Osmose war mir bereits aus dem Biologieunterricht ein Begriff. Der Vorgang hatte etwas mit einer semipermeablen, also einer halbdurchlässigen Membran zu tun. Doch was war das noch mal genau? Und wie soll man damit Energie gewinnen können?

Das Modell des Osmosekraftwerks – vorgestellt von Moderator Ranga Yogeshwar und Prof. Viktor Peinemann.

Das Prinzip ist erstaunlich simpel. Ein Osmose-Kraftwerk ist überall dort möglich, wo Süßwasser aus einem Fluss und Salzwasser aus dem Meer aufeinander treffen.

Darstellung Osmose

Ein Süß- und ein Salzwassertank sind durch eine Membran getrennt, die Wasser hindurch lässt, Salz jedoch zurückhält. In dem Bestreben, den Konzentrationsunterschied auszugleichen, strömt das Süßwasser in das Salzwasserbecken. Durch diesen “Osmose” genannten Prozess baut sich zwischen beiden Becken ein Druckunterschied auf. Dieser Überdruck treibt die Turbine an und erzeugt auf diese Weise Strom.

Nach dem Vorgang wird das verdünnte Salzwasser oder versalzene Süßwasser einfach wieder ins Meer gepumpt.

Das norwegische Unternehmen Statkraft bedient sich an genau diesem Vorgang. Ende 2009 wurde die Pilotanlage in Norwegen, in der Stadt Hurum am Oslofjord, eröffnet. Seitdem wird hier Energie aus dem Druck bei der Vermischung von Süß- und Salzwasser gewonnen.

Statkraft plant bis zum Jahr 2015 eine kommerzielle Anlage in Betrieb zu nehmen. Noch aber geht es ausschließlich um einen Testbetrieb. Das Versuchskraftwerk ist nach Unternehmensangaben für eine Leistung von 2000 bis 4000 Watt ausgelegt. Das reicht gerade mal, um eine Herdplatte zu heizen. Laut den norwegischen Ingenieuren könne ein großes Osmose-Kraftwerk rund 10.000 Haushalte versorgen. Um dies zu gewährleisten muss vor allem die Produktion der Membran funktionieren, denn diese muss genügend Wasser passieren lassen und einen möglichst hohen Druck aufbauen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Osmose-Kraftwerk absolut umweltfreundlich ist, da es keinen Schadstoffausstoß gibt und es nahezu lautlos arbeitet.

In Zukunft könnten die Osmosekraftwerke also sogar in ufernahe Gebäude integriert werden, etwa als von außen unsichtbare Rohrsysteme in Kellergeschossen. Auf jeden Fall wäre die Osmosekraft eine kostengünstige Energieerzeugung und eine der ergiebigsten von den ungenutzten erneuerbaren Energiequellen.

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