Lehrreich kann auch unterhaltsam sein – Science Slam in der Uni Hannover

Am 18. Juni 2013 veröffentlicht von Yannik Roth

Am 13.06. wurde im Lichthof der Leibniz Uni Hannover die letzte Science Slam-Vorrunde vor dem großen Finale auf der IdeenExpo ausgetragen. Beginn war für 19 Uhr angesetzt, für mich ging es schon früher los. Roll-Ups mussten aufgestellt werden, die Präsentationen von den Slammern einmal Probe laufen usw. Die Moderatoren Jan Egge Sedelies von der HAZ und Andreas Kuhlage von N-JOY trafen dann auch schon zeitnah ein. Andreas Kuhlage hatte für den Abend Sounds auf seinem Smartphone vorbereitet, und testete die zur Verwunderung einiger noch lernender Studenten schon mal über die Soundanlage durch. Jeopardy-Musik und Dieter-Bohlen-Sprüche hallten durch die Uni.

Eine halbe Stunde vor Beginn sah es in den Sitzreihen noch recht überschaubar aus. Lag das vielleicht am zwangsweise durch den Umbau des Pavillons zustande gekommenen Locationwechsel? Eher unwahrscheinlich, und kaum als ich mir die Frage stellte, füllten sich auch schon ziemlich schnell fast alle Plätze. Ein Regenschauer nahe dem Weltuntergang sorgte zwar vor dem Start für einige nasse Zuschauer. Die waren jedoch alle bestens gelaunt – ebenso wie die Slammer.

die Jury das Publikum Science Slam Hannover

Die Startreihenfolge wurde wie immer dem Zufall überlassen, damit niemand einen Vor- oder Nachteil hat. Dabei habe ich vor dem Start von zwei Teilnehmern erfahren, dass die Startnummer 1 das undankbarste Los ist und man damit schon fast keine Chance mehr auf den Sieg hat. Klingt sehr deprimierend, aber dem Publikum stehen am Anfang eben keine Vergleichsmöglichkeiten zur Verfügung, daher bekommt man als Erster im Zweifel eher verhaltene Noten. Letzter Starter zu sein ist auch nicht gerade dankbar – aus einem einfachen Grund: Die quälend lange Wartezeit. Am besten sei Startplatz 4 oder 5.

Für mich war es der erste Science Slam, den ich besucht habe. Ich war bis dahin nur auf einigen Poetry Slams, quasi Vorbild des Science Slams. Vorteil Science Slam: Durch die wissenschaftlichen Themen kann man auf unterhaltsame Art sogar noch was lernen. Dieses Mal stand u.a. auf dem Plan, wie man aus Mist Kohle macht und warum etwas nicht einfach weg ist, wenn es verbrennt. Dabei zeigten die Teilnehmer nicht nur fachliches Wissen und Humor, sondern auch Selbstironie und tänzerisches Können.

Gewonnen hat nicht zu Unrecht wie ich finde der Beitrag von Tobias Koplin über Biokunststoffe. Besonders gut kam die Tanzeinlage zur Verdeutlichung der Beweglichkeit von Molekülen bei Wärmezunahme an. Mit 74 Punkten war er nahe an der Maximalpunktzahl von 80 Punkten, die die vor Beginn zufällig ausgewählten Punktrichter vergeben konnten. Aber auch die anderen Slammer haben eine gute Show abgeliefert. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass einer von ihnen beim Online-Voting den letzten Final-Platz ergattert.

Alle Teilnehmer Science Slam Uni Hannover IdeenExpo

So schnell, wie sich vor dem Start die Reihen gefüllt hatten, leerte sich der Lichthof dann auch wieder. Vor dem Science Slam konnte ich noch vor dem großen Regen ins Trockene, beim Einladen unserer Sachen in die Autos wurden wir dann leider ziemlich nass. Den Abend hat das aber überhaupt nicht geschmälert, und ich freue mich schon auf den nächsten Science Slam! Der findet am 30.08. im Rahmen der IdeenExpo statt. Beim großen Finale treten dabei die Besten der Besten an – ich denke, das wird wieder ein spannender Wettkampf!

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