Ein Tag in der Hauptstadt des Autos

Am 9. Juli 2013 veröffentlicht von Yannik Roth

Volkswagen prägt Wolfsburg. Zu dieser Erkenntnis kommt man ziemlich schnell, wenn man in die fünftgrößte Stadt Niedersachsens fährt. Allein die überdachte Fläche des Volkswagen Werkes ist größer als das Fürstentum Monaco. Vor kurzem ist im Wolfsburger Volkswagen Werk der 30-millionste Golf vom Band gelaufen. Der Stolz ist beim Botschafterbesuch noch zu spüren.

Zunächst ging es für uns jedoch Richtung Autostadt. Bei einem Kaffee schauten wir uns auf der großen Piazza um. Am Treffpunkt erwartete uns neben einer Menge Schulklassen eine Delegation der Autostadt und von Volkswagen, die uns begrüßte. Der Eintrag der Botschafter ins (elektronische) Gästebuch durfte natürlich nicht fehlen. Dabei war auch ein Fotograf, daher wurde keine Gelegenheit verpasst, ein gutes Fotomotiv zu suchen. Isabel und Frederic auf einer Brücke, auf Sonnenliegen, vor dem Porsche-Pavillon usw.

Foto: Volkswagen / Kai-Uwe Knoth

Das letzte Mal in der Autostadt ist bei mir schon ein bisschen her. Daher kannte ich den futuristischen Porsche-Pavillon noch nicht. Zeit zum Hineingehen hatten wir leider nicht, da wir einen straffen Zeitplan hatten, aber auch von außen war er schon beeindruckend. Nächste Station war die sogenannte Autowerkstatt, in der regelmäßig Workshops stattfinden und unter Anleitung geschweißt und gewerkelt wurde.

Anschließend ging es zum Beetle-Fahren. Beide Botschafter durften ausnahmsweise mit einem eigenen Fahrzeug durch einen Parcours fahren. Mit ca. 3 km/h. Denn die Beetles sind eigentlich für Kinder gedacht und entsprechend langsam und klein, was besonders bei Frederic auf Grund seiner Größe zu einigen Schwierigkeiten führte.

Weiter gings zur neu eröffneten Motorik-Landschaft „MobiVersum“, einem Paradies zum Austoben. Das Angebot, die Landschaft einmal auszuprobieren, nutzten Isabel und Frederic sofort und testeten den Parcours. Die Vielfalt an Themen, die die Autostadt zu bieten hat, zeigte der Besuch der Kochschule nebenan. Dort wurden nach Anleitung leckere Erdbeer-Smoothies hergestellt, und zur Freude aller war auch für jeden ein Becher übrig. Nach dem Appetitanreger gabs für uns dann die wohlverdiente Mittagspause in einem der hauseigenen Restaurants.

Gestärkt gings für uns dann weiter zur zweiten Station des heutigen Tages: zum Volkswagen Werk. Natürlich im Aushängeschild von Volkswagen, dem Golf. Das Besondere: Die Modelle waren Elektro-Fahrzeuge. Da Frederic noch keinen Führerschein hat, konnte neben Isabel auch ich das erste Mal mit einem E-Auto fahren. Und der Golf konnte wirklich mit einigen Vorurteilen aufräumen, die man vielleicht im Hinterkopf hatte. Die Beschleunigung von 0 auf 60 schaffte er in gefühlt einer Sekunde. So war die (kurze) Fahrt ins VW-Werk auf jeden Fall ein Highlight für mich.

Im Werk konnten wir dann das nächste außergewöhnliche Auto bestaunen: einen Golf GTI mit mehr als 300 PS, gebaut von Auszubildenden für das große GTI-Treffen am Wörthersee in Österreich. Zum Modell gehörte eine Soundanlage, bei der die Bässe die Halle fast zum Wackeln bringen konnten. Die kurze Proberunde im GTI war ein perfektes Motiv für die Fernsehkamera.

Foto: Volkswagen / Kai-Uwe Knoth

Während Isabel und Frederic die besonderen Eigenschaften des Autos erklärt bekamen, hatte ich die Möglichkeit, im direkten Gespräch mehr über das Ideenmanagement von Volkswagen zu erfahren. Das IdeenExpo-Motto „DEINE Ideen verändern“ würde hier auch gut passen. Denn Mitarbeiter können hier Verbesserungsvorschläge aller Art einbringen und dafür Prämien erhalten. 2012 standen Prämienvergaben in Höhe von 21,1 Mio. Euro Einsparungen durch die Vorschläge in Höhe von 118,9 Mio. Euro gegenüber. Eine einfache Rechnung, die zeigt, dass alle davon profitieren und die Ideen wirklich was verändern.

Bei der nächsten Station erfuhren wir, wie die Mitarbeiter  ihre Sinne Sehen, Riechen, Hören und Fühlen in der Lernwerkstatt schulen und davon in ihrer täglichen Arbeit profitieren können. Hier werden Mitarbeiter zum Beispiel vor Geschicklichkeitsaufgaben gestellt und sie lernen, alle Sinne einzusetzen. Mit kleinen Übungen konnten auch die Botschafter die Lernwerkstatt ausprobieren.

Für die anschließende Werkführung stand für uns eine Achterbahn bereit. Zumindest sah die Anhängerkonstruktion so aus, die von einem Golf gezogen wurde.

Foto: Volkswagen / Kai-Uwe Knoth

Auf unserer Fahrt konnten wir nur in Ansätzen erahnen, wie riesig das Gelände und die Hallen sind. Dafür kam man sich teils vor, wie in einem Science Fiction Film. Roboter, die wie von Zauberhand an Autos basteln, schweißen und bei der sogenannten Hochzeit Karosserie und Motor zusammenbringen. 3.800 Fahrzeuge werden hier täglich fertig. Wir waren nach dem langen und abwechslungsreichen Tag auf jeden Fall auch fertig – aber zufrieden. Daher verabschiedeten wir uns nach der Werkführung von allen Mitarbeitern und fuhren (natürlich) in einem Golf in Richtung Hannover.

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