And the winner is…

Am 31. August 2013 veröffentlicht von Jennifer Schenke

Gestern war es endlich so weit: Auf der IdeenExpo fand das große Science Slam Finale statt! Schon seit November 2011 hatten Wissenschaftler aus allen Fachbereichen die Chance, ihre Forschung in nur 10 Minuten so zu präsentieren, dass das Publikum gleichzeitig etwas lernt und unterhalten wird. Die Sieger der einzelnen Vorentscheide, also die Besten der Besten, standen jetzt zusammen auf der IdeenExpo-Bühne. Aber nur einer konnte den Science Slam-Pokal mit nach Hause nehmen: Patrick Harms von der Universität Göttingen, der mit einem Disney-Musical über Webseitenusability, also optimierte Benutzbarkeit von Firmenauftritten im Internet, 68 von 80 möglichen Punkten holte.

Dabei hatte er es besonders schwer, da er als erster auf die Bühne musste. „Die Aufregung war so vor ein bis zwei Wochen am größten, aber jetzt geht’s gerade“, sagte er noch eine Viertelstunde vor Beginn. „Der schlimmste Moment ist der, wenn ausgelost wird. Ich will auf keinen Fall als erster auf die Bühne, denn das Publikum wartet beim ersten Vortrag immer erst einmal ab und vergibt nur mittelmäßige Punkte, damit noch Luft nach oben ist.“

Sieger Patrick HarmsDoch mit seinem selbstgedichteten Musical über Tobi, den IT-Spezialisten, der für die Programmierung und das Design des Unternehmenswebseite zuständig ist, und Maria, die Hotline-Bearbeiterin, die mit den Beschwerden der Kunden über den Internetauftritt zu kämpfen hat, konnte sich Patrick Harms sogar gleich zwei Mal die Höchstpunktzahl von 10 Punkten und damit den Siegerpokal sichern. Der Informatiker erklärte mit eigenen Texten zu bekannten Disney-Melodien anschaulich, wie man durch Aufzeichnung des Nutzungsverhalten auf der Homepage lernen kann, welche Umwege und Notlösungen die Webseitenbenutzer gehen, um an ihr Ziel zu kommen. Wie bei Disney-Filmen üblich, gab es auch hier ein Happy End: Nachdem Tobi mit Hilfe seines neuen Wissens über das Verhalten der Benutzer die Webseite so optimiert hatte, dass sie nicht nur technisch topmodern, sondern auch noch einfach zu benutzen war, fliegen ihm die Herzen aller Beschwerde-Hotline-Mitarbeiterinnen zu.

Doch auch die anderen Teilnehmer begeisterten das bunt gemischte Publikum: Vom Science Slam-Neuling Marco, der mit seiner Mutter da war, über alte Science Slam Hasen, die schon beim letzten IdeenExpo Science Slam-Finale mitgefiebert und gelacht hatten, bis zu einem kompletten Bio-LK der KGS Hemmingen – alle  spendeten den Wissenschaftlern enthusiastisch Beifall.

Zur Recht, denn es ist gar nicht so leicht, die Vorteile von Bio-Kunststoffen oder abstrakte mathematische Probleme  einfach und gleichzeitig unterhaltsam zu erklären. Für viele Wissenschaftler ist es schon ein Problem, ihre Forschung überhaupt verständlich zu erklären. Kein Wunder, wenn man mit richtig viel Herzblut forscht und mit Kollegen wie selbstverständlich fachsimpeln kann. Aber dann auch noch lustig oder amüsant? Das ist echt eine hohe Kunst!

Sehr cool also, wenn man am Ende des Science Slams nicht nur gut unterhalten, sondern auch noch schlauer nach Hause geht.

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