Ein Blick hinter die Technik der üstra-Stadtbahnen

Am 1. September 2013 veröffentlicht von Jennifer Schenke

„Sicherheit vor Pünktlichkeit“ – den Spruch kennt wirklich jeder üstra-Auszubildende. Fragt man Ausbildungsleiter Rainer Behrens, welche Mitarbeiter bei der üstra für die Sicherheit zuständig sind, lacht er: „Alle natürlich!“ Das Verhalten der Fahrer von Bus und Bahn beim Steuern durch den Verkehr und der genaue Blick der Mechaniker und Elektroniker bei der Wartung der Fahrzeuge sind wichtige Aspekte beim Thema Sicherheit im Straßenverkehr. Auf der IdeenExpo am Stand der üstra kann man sich daher nicht nur über die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten informieren, sondern auch das Fahrgestell einer TW6000-Bahn und eine Weichenschaltung anschauen. Die grünen TW6000-Bahnen haben ein dreifaches Bremssystem, das auch bei Stromausfall noch funktioniert. Normalerweise bremsen die Stadtbahnen einfach mit der Motorbremse, d.h. statt zu beschleunigen, bremst der Motor im Dynamobetrieb langsam ab – genauso wie das Ausrollen beim Auto. Zum Schluss kommen noch die Scheibenbremsen dazu, damit das Fahrzeug in der Station sich wirklich keinen Millimeter mehr bewegt. Scheibenbremsen gibt es sowohl beim Auto als auch bei modernen Fahrrädern – und eben bei Stadtbahnen. Muss doch einmal außerplanmäßig schnell gebremst werden, gibt es noch die Schienenbremsen, die zusammen das ganze Gewicht der Stadtbahn stoppen können, auch wenn die anderen Bremsen ausgefallen sein sollten. Die Schienenbremsen sind große Elektromagnete, die über separate Batterien betrieben werden und durch die magnetische Anziehungskraft zwischen Magnet und Schiene  den Wagen zum Stehen bringen. Und weil Metall auf Metall nicht ganz perfekt bremst, wird im Notfall auch noch Sand auf die Schienen geschüttet, der beim Bremsen hilft. Endlich weiß ich, wozu der Kasten Sand gut ist, den man in den grünen Stadtbahnen sieht! Da hab ich als Hannoveranerin und Dauer-Stadtbahnfahrerin schon lange drüber gerätselt!Bremssystem des TW6000Doch nicht nur im Bremsvorgang der Stadtbahnen steckt viel Technik, sondern auch in der Weichenstellung für freie Fahrt. Um zu verhindern, dass eine Weiche gerade dann umgestellt wird, während ein Zug drüberfährt, wird die Weiche elektronisch solange gesperrt bis der Zug vollständig weitergefahren ist. Erst dann lässt sie sich wieder verstellen, was meist vollautomatisch passiert. Auf manchen Strecken, die mit einem kleinen „W“-Schildchen gekennzeichnet sind, muss die Weiche aber noch „von Hand“ verstellt werden. Dazu drückt der Stadtbahnfahrer einfach einen der beiden Knöpfe im Fahrerpult: „Weiche links“ oder „Weiche rechts“. Die mussten früher, also es noch keine automatischen Weichen gab, ständig ausgetauscht werden, weil sie so oft benutzt wurden und daher schnell abgenutzt waren. Wirklich „von Hand“ kann der Fahrer die Weichen aber auch heute noch verstellen. Das passiert aber echt selten und dauert auch etwas, da man dazu extra aussteigen muss.

Aber auch hier gilt bei der üstra: Sicherheit vor Pünktlichkeit!

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