Ein Tag in der Lackiererei

Am 18. Februar 2015 veröffentlicht von Lena Gabbatsch

Hallo,

beim letzten Mal habe ich euch davon berichtet, dass Volkswagen auf der IdeenExpo erstmalig live auf einer Messe ein Auto bauen wird. Als Besucher hast Du die Möglichkeit am Auto mitzubauen – doch dafür musst Du erst einmal die wichtigsten Produktionsschritte kennenlernen. An verschiedenen Stationen einer Produktionsrallye kannst Du handwerkliche Tätigkeiten, wie zum Beispiel Schrauben, Schweißen, Schleifen und Lackieren lernen.

Ich selbst überlasse normalerweise alles was mit Heimwerken zu tun hat gerne anderen. Da zu meinem Praktikum die Organisation dieser Rallye gehört, habe ich die Gelegenheit genutzt, um mir einen kleinen Teil der Produktion bei Volkswagen genauer anzusehen. Ich verbrachte einen Tag in der Lernwerkstatt Lackiererei und durfte hinter die Kulissen blicken. In den Lernwerkstätten werden normalerweise Mitarbeiter des jeweiligen Produktionsbereichs – in diesem Fall, der größten Automobillackiererei der Welt – geschult.

Begleitet habe ich Markus, Trainer in der Lernwerkstatt für Fahrzeuglackierer. Markus ist Meister für Konstruktionsmechanik, hat langjährige Erfahrung als Produktionsmitarbeiter und ist ein Profi, was Schrauben, Spritzen und Lackieren angeht. Er hat sich einen Tag Zeit für mich genommen, um mir einen Einblick in seine Arbeitswelt zu geben.

StopfenDie Trainings in den Lernwerkstätten sind in Phasen unterteilt und beinhalten Tätigkeiten, die in ihrer Komplexität und im Schwierigkeitsgrad ansteigen. Ich habe an nur einem Tag verschiedene Aufgaben gemeistert: Zuerst habe ich gelernt, dass vor dem Lackieren eine sorgfältige Vorbereitung notwendig ist. So muss zum Beispiel der Unterboden eines Autos mit Plastikstopfen abgedichtet werden, bevor der eigentliche Lackiervorgang beginnt. Weiterhin habe ich Bauteile mit PVC abgedichtet. Dabei mussten die Dichtungen nicht nur ihren Zweck erfüllen, sondern auch sauber gezogen werden, um den optischen Ansprüchen zu genügen. Zum krönenden Abschluss meines Trainings durfte ich in einer Lackierkabine einen Lackierprozess nachahmen. Zwar mit Demo-Gel statt mit richtigem Lack, aber dafür an einer echten Fahrertür von einem Golf.

FeinabdichtungFeinabdichtung

Was bei Markus immer kinderleicht aussah, fiel mir am Anfang ziemlich schwer. Bis ich bei den Kollegen in der Produktion mithalten könnte, müsste ich auf jeden Fall noch ein paar Tage in der Lernwerkstatt verbringen. Erstaunlich fand ich, mit welcher Präzision hier gearbeitet wird, damit das Ergebnis der Volkswagen Qualität entspricht. Schon der kleinste Fehler macht sich im Lack bemerkbar und erfordert im Nachhinein viel Arbeit, um korrigiert zu werden.

SpritzenFasziniert hat mich, dass zu den hohen Anforderungen an die Produkte selbst, ein ebenso hoher Anspruch an die Abläufe in der Fertigung gestellt wird. Mit Arbeit am Fließband habe ich vorher vor allem Lärm, Monotonie und auch Schmutz verbunden. Während meines Rundgangs durch die Produktion mit Markus merkte ich, dass diese Vorurteile  überholt sind: Ergonomisch und individuell einstellbare Arbeitsgeräte erleichtern den Arbeitsalltag der Mitarbeiter – und übrigens auch vieler Mitarbeiterinnen – in der modernen Automobilfertigung. Schön ist auch, dass Musik durch die Halle schallt. Ich bin mir sicher, das sind genau die positiven Schwingungen, die einem normalen Rot zu seinem besonderen Tornadorot-Glanz verhelfen ;-).

Finish - PolierenAn diesem Tag  habe ich gelernt, dass ich vor handwerklichen Aufgaben keine Angst mehr habe, wenngleich ich noch bei weitem nicht das Expertenwisssen der Mitarbeiter in der Fertigung habe. Da ich den Großteil meines Praktikums im Büro arbeite, war es so spannend, für einen Tag in eine völlig andere Volkswagen Welt einzutauchen. Auf der IdeenExpo habt ihr  auch die Möglichkeit, solche Erfahrungen zu sammeln. Ich bin gespannt: Wer nimmt die Herausforderung an, sich mit mir und meinen neu erworbenen Lackierfähigkeiten zu messen? Also:  an die Lackierpistole, fertig, los!

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