Von A nach B in Nullzeit?

Am 20. Februar 2015 veröffentlicht von Erwin Völkening

gehenIn den Anfängen der Spezies Mensch gab es nur zwei alltägliche Fortbewegungsmethoden: Gehen und – wenn man es besonders eilig hatte – Rennen. Nach einigen Jahrhunderten des Herumlaufens wurde der Mensch dieser Einschränkung seiner Mobilität jedoch überdrüssig und stellte fest, dass andere Lebewesen, wie zum Beispiel Pferde oder Kamele, deutlich schneller und stärker waren als er selbst.

Der Homo Sapiens begann also, auf dem Rücken domestizierter Vierbeiner zu reisen, was seine Reichweite und Geschwindigkeit merklich verbesserte. Später dann kam der Mensch auf die geniale Idee, beräderte Wagen hinter ein oder mehrere Zugtiere zu spannen, um so seine Reisegeschwindigkeit, seinen Komfort und seine Ladekapazität weiter zu erhöhen.

Viele Jahre danach wurde auch eine Reise in der beliebten Postkutsche zu langsam. Es wurde Zeit, sich von tierischer Muskelkraft als Antriebsform zu lösen und das Ruder an den technischen Fortschritt zu übergeben. Mit dem Aufkommen der Dampfmaschine wurde das Reisen mit dem Zug, dem „eisernen Ross“ eingeführt. Die nun möglichen Höchstgeschwindigkeiten übertrafen die bisherigen um ein Vielfaches, so dass einige skeptische Zeitgenossen Befürchtungen äußerten, ihnen würde bei den ungeheuren Geschwindigkeiten einer Eisenbahn die Luft aus den Lungen gesogen werden.

ReifenAls man feststellte, dass dies nicht der Fall war, erhöhte sich die Reisegeschwindigkeit des Menschen mehr und mehr. Mit immer höheren Geschwindigkeiten fegten Züge über die sich ausbreitenden Streckennetze. Zeitgleich revolutionierte die Erfindung des Verbrennungsmotors erneut unser Reiseverhalten. Es entstanden die heutzutage üblichen Verkehrsmittel: neben modernen Zügen, die – meist elektrisch betrieben –  nicht mehr auf die veraltete Dampfkraft setzen müssen, stehen uns Autos, Schiffe und sogar Flugzeuge zur Verfügung.

FluegelFür einen Direktflug von Berlin nach New York muss man mit einer Flugzeit von mindestens neun Stunden rechnen. Im Vergleich zur Postkutsche ist das natürlich unfassbar schnell. Doch perfekt ist auch diese Form des Reisens nicht. Wäre es nicht großartig, wenn man jede beliebige Distanz einfach sofort, also in Nullzeit überwinden könnte?

Diese Form des Reisens bezeichnet man in der Wissenschaft und in der Science-Fiction-Literatur als Teleportation oder, wie besonders Star-Trek-Fans wissen, als Beamen.

Beamen bedeutet nichts anderes als Strahlen. Es geht darum, dass eine Person oder ein Objekt in seine Atome zerlegt und „kartographiert“ wird. Es wird also festgehalten, wie die einzelnen Atome des zu beamenden Objekts angeordnet sind, um es dann an einem anderen Ort nach diesem Bauplan wieder zusammenzusetzen.

Was in der Theorie nach einer guten Idee klingt, ist in der Praxis deutlich schwieriger umzusetzen. Zum einen besteht der Mensch aus schätzungsweise sieben Quadrilliarden Atomen – eine Menge an Daten, die von keinem Computer der Welt erfasst oder gespeichert, geschweige denn versendet werden kann. Und zum anderen besagt die sogenannte Heisenbergsche Unschärferelation (benannt nach Werner Heisenberg, dem Namensgeber für Walter Whites Alter Ego in der Erfolgsserie Breaking Bad), dass sich Geschwindigkeit und Position eines Teilchens nicht gleichzeitig bestimmen lassen, was es unmöglich macht, einen „Bauplan“ des zu versendenden Objekts anzulegen. An Bord der Enterprise in Star Trek befindet sich aus diesem Grund ein sogenannter „Heisenberg Kompensator“.

Da Teleportation leider nach wie vor nicht möglich ist, bleibt uns, die Mobilität anderweitig zu optimieren. Mobilität ist ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags und besitzt insbesondere im Hinblick auf Effizienz und Umweltverträglichkeit noch großes Steigerungspotential. Auf der IdeenExpo 2015 hast du die Möglichkeit, dich mit dem Thema näher auseinanderzusetzen. Die Welt braucht gute Ideen.

Stichwörter: , , , ,

Kategorisiert in: