Ein Tag bei ExxonMobil

Am 29. April 2015 veröffentlicht von Erwin Völkening

Gegen Ende der Osterferien wurde ich für den IdeenFinderBlog von Deutschlands größtem Erdgasproduzenten, der ExxonMobil Production Deutschland GmbH in den Hauptsitz im Nordosten Hannovers ein­ge­la­den, um von dort aus einen Tag lang an verschiedenen Standorten des Unternehmens die Wertschöpfungskette der regionalen Erdgas­förderung kennen zu lernen.

Der Hauptsitz

ExxonMobil Production Deutschland GmbH Um 09.00 Uhr morgens ging es los: Ich stand im modern ein­ge­richteten Foyer (mit eigenem Wasserfall!) des Gebäudes, um mich am Empfang anzumelden. Schnell wurde ich abgeholt und mit einem Besucherausweis versorgt, sodass der es direkt losgehen konnte.

Zuerst ging es mit dem Fahrstuhl in die höheren Stockwerke des Gebäudes, das etwas weniger als die Hälfte der 1.100 Mitarbeiter der ExxonMobil Production Deutschland GmbH beherbergt. In einem kurzen Briefing wurde ich schnell über die Tätigkeiten des Unter­nehmens informiert: Ich erfuhr, dass 97 Prozent des in Deutschland geförderten Erdgases aus Niedersachsen stammen – und dass bereits seit vielen Jahren. Außerdem wurde die Tagesplanung besprochen und erläutert.

VisualisierungsraumMit neuem Wissen im Gepäck ging es dann in den sogenannten Visualisierungsraum. Der Visualisierungsraum stellt einen wichtigen Bestandteil in der Wertschöpfungskette des Konzerns dar, denn hier werden alle im Gelände gesammelten Daten ausgewertet und mögliche Bohrstellen ausfindig gemacht. Hierbei kommt modernstes Hightech-Equipment zum Einsatz, da Bohrungen in bis zu 5.000 Meter Tiefe – und in einigen Fällen sogar um die Ecke – ein höchst teures und aufwändiges Unterfangen bedeuten.

Auf einer großen Leinwand sah man den Weg vom Datensatz zum 3D-Modell eines geologischen Raumes. Es stellte sich heraus, dass bei der Suche nach möglichen Bohrstellen tatsächlich mit 3D-Brillen und moderner Visualisierungstechnologie am Modell so genannte Gasfallen ausfindig gemacht werden – das sind poröse Gesteinsstrukturen mit Gaseinschluss, gespeichert unter undurchlässigeren Gesteins­schichten.

Das Bohrarchiv in Nienhagen

Bohrarchiv in NienhagenNachdem ich gelernt hatte, wie die Position einer Bohrung bestimmt wird, ging es mit dem Auto nach Nienhagen bei Celle. Dort liegt das Bohrarchiv von ExxonMobil in Deutschland. In dem Archiv sind Proben aus über 3.900 Bohrungen, die seit 1929 von ExxonMobil und seinen Vorgängerunternehmen gesammelt wurden, eingelagert. Bei einer Länge von einem Meter pro Bohrkern sind dort insgesamt etwa 89 Kilometer Bohrkerne eingelagert! Doch nicht nur das: Da es von Gesetz wegen untersagt ist, Bohrproben jeglicher Art zu entsorgen und jede Bohrung – egal wann getätigt – irgendwann in einer Analyse wichtig sein könnte, wird jedes noch so kleine Körnchen, vom Bohrkern über Bruchstücke des Gesteins bis hin zu feinem Sand beschriftet und aufgehoben.

Die älteste aktive Bohrung in Thönse

Erdgasförderstätte in ThönseStellt sich bei der Analyse von Bohrproben heraus, dass der gewählte Standort geeignet zur Erdgasgewinnung ist, beginnt die Förderung des Gases für den Verkauf. Um mir eine solche Erdgasförderstätte zu zeigen, ging es von Nienhagen nach Thönse in der Nähe von Großburgwedel, wo die älteste Förderstätte des Konzerns seit bereits über 60 Jahren mit fünf anderen Förderstätten Gas aus dem in zirka 1.700 Meter unter der Erde gelegenen Erdgasfeld Thönse fördert.

Das aufgrund der vor Ort stattfindenden Aufbereitung des Gases recht komplexe System aus Rohren und Tanks liefert gemeinsam mit den anderen fünf Bohrstätten jedes Jahr genügend Gas für ca. 40.000 Haushalte – und das sozusagen direkt bei uns um die Ecke.

Ausblick

Am Nachmittag ging es dann zurück nach Hannover und zurück in meine Welt abseits von Bohrproben und Erdgasförderung. Es war höchst interessant, die verschiedenen Schritte der Erdgasförderung kennenzulernen und Einblick in die Arbeitsweise eines so großen Konzerns wie ExxonMobil zu erhalten.

Für diejenigen, die sich einen solchen Tag als Alltag vorstellen könnten, gibt es gute Nachrichten: ExxonMobil bietet Ausbildungen und duale Studiengänge an. Gebraucht werden bei ExxonMobil Ingenieure aus fast allen Fachrichtungen und Bereichen. Wer sich also für die Energieversorgung interessiert und naturwissenschaftlich-technische Ambitionen hat, kann sich auf der IdeenExpo beim Stand von ExxonMobil über mögliche Karriereperspektiven informieren.

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