Spannung statt Sprit

Am 6. Mai 2015 veröffentlicht von Lena Gabbatsch

Wer kennt sie nicht? Wer ist nicht als Kind gern auf ihnen über die Einfahrt geschrappt? Wer hat in seiner Jugend seinen heimlichen Schwarm auf dem Schützenfest nicht „versehentlich“ mit dem Autoscooter angefahren? Fahrzeuge wie Rutschautos und Go-Karts sind Teil unserer Kindheit und Jugend. Mit ihnen sammeln wir erste Erfahrungen in puncto Mobilität. Wie wäre es, wenn diese bislang spielerisch genutzten Fahrzeuge nun zum Gegenstand in der Berufsausbildung oder gar einer Abschlussprüfung würden?

Die Antwort darauf geben Auszubildende aus dem Volkswagen Werk Kassel. In verschiedenen Projekten wurden sowohl ein handelsübliches Rutschauto, als auch ein Kart zu Elektroautos „aufgebrezelt“. Das eBEETLE-Rutschauto wurde 2014 im Rahmen eines Wettbewerbs unter den Volkswagen Werken Hannover, Emden und Kassel konstruiert. Siegerurkunde des Teams „be-motion“
Ich habe in Kassel Mitglieder des Siegerteams 2014 getroffen und dort eins dieser „Renn-Autos“ mit Elektroantrieb unter die Lupe genommen. Acht Auszubildende aus sechs Berufen bauten dort als das Team „be-motion“ einen e-BEETLE zusammen: Eine Industriemechanikerin, Mechatroniker, Zerspannungsmechaniker, Elektroniker für Automatisierungstechnik, eine Werkzeugmechanikerin und eine Kauffrau für Bürokommunikation war alles vertreten und zusammen hat das Team so gut funktioniert und gearbeitet, dass sie den Sieg nach Nordhessen geholt haben.

Niels zeigt das SiegerautoDer Auszubildende zum Elektroniker für Automatisierungstechnik, Niels Boeckhorst, ist einer der siegreichen Acht aus Kassel. Er zeigt mir stolz das Siegerauto und lässt mich sogar einen Blick unter die Motorhaube des kleinen Elektro-Flitzers werfen. Niels erklärt mir, was „ihr“ eBEETLE in dem Wettbewerb alles leisten musste: Auf Zeit war ein Parcours mit Hindernissen wie Wippen und Rampen zu durchfahren, der eBEETLE musste ferngesteuert vor- und rückwärts einparken und zudem beim Gewichteziehen seine ganze Antriebskraft unter Beweis stellen. Besonders punkten konnte das „be-motion“-Team in der Wettbewerbskategorie „Autonomes Fahren“: Hier durchfuhr der eBEETLE ganz alleine – also ohne Fernsteuerung durch die Auszubildenden – einen Abschnitt des Wettbewerb-Parcours.

Hättet ihr gedacht, dass so etwas mit einem Rutschauto möglich ist? Ich nicht! Ausbilder Stefan Ebbrecht von der Volkswagen Akademie in Kassel steht seinem Werksteam erneut mit Rat und Tat zur Seite, wenn sich diesen Sommer beim eBEETLE Wettbewerb erstmals Teams von sechs Volkswagen Standorten am Wettbewerb beteiligen. Mitte April hat Ebbrecht sein Team 2015 angemeldet und ab jetzt läuft der Countdown. Wie die Kasselaner werden in den nächsten zwei Monaten auch die Teams aus Wolfsburg, Braunschweig, Emden, Salzgitter und Hannover auf Hochtouren ihre eBEETLES für den Wettbewerb rüsten.

Habt ihr Lust bekommen, die eBEETLE live zu sehen? Wollt ihr das Siegerauto von 2014 mal selbst fahren lassen? Dann nutzt eure Chance im Juli auf der auf der IdeenExpo! Dort wird außerdem in einem spannenden Wettbewerb das Siegerteam 2015 ermittelt und gefeiert. Vorjahressieger Niels steckt mitten in seiner Abschlussprüfung und wird deshalb nicht live dabei sein, aber mit leicht wehmütigem Blick versichert er mir, dass er es „jederzeit wieder machen“ würde.

e-KartEine Abschlussprüfung, so wie sie Niels bevorsteht, ist auch eine große Chance, etwas Neues und Aufregendes zu wagen. So bauten Tim Bachmann, Fabian Semmler und Tobias Wolfram vor zwei Jahren für ihre Abschlussarbeit zum Mechatroniker ein Kart auf Elektroantrieb um. Ein halbes Jahr Arbeit steckten sie in ihr Projekt – und ihre Mühe wurde nicht nur mit einem beeindruckenden Fahrzeug, sondern auch mit einer 1 als Abschlussnote belohnt.

e-KartDas e-Kart hat es wirklich in sich: Innerhalb von zwei Sekunden beschleunigt es auf 57 km/h. Ich bin noch immer beeindruckt, was ein Elektroantrieb aus einem gewöhnlichen Kart herausholen kann. Steffen Althans und sein Ausbilder Thomas Wiegand zeigen mir am Fahrzeug geduldig, wo man bremst und wo welche Kabel verlaufen Sogar probesitzen darf ich – und mir vorstellen, wie meine Haare im Fahrtwind flattern…
Willst Du sehen, wie das e-Kart mit 57 „Sachen“ über die Rennstrecke brettert? Dann lass dich auf der IdeenExpo live davon überzeugen, was für coole Drifts und Stunts das e-Kart drauf hat!

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