Mein Besuch auf der CeBIT

Am 30. März 2016 veröffentlicht von Erwin Völkening

Seit 1986 versammeln sich jedes Jahr im Frühjahr die wichtigsten Vertreter der Informations- und Kommunikationsbranche in Hannover zur CeBIT – der größten IT-Messe der Welt. Als Hannoveraner war ich natürlich auch dieses Jahr dabei, diesmal mit einem Notizblock bewaffnet, um für den IdeenFinderblog ein paar Impressionen festzuhalten.

Vorweg ist zu erwähnen, dass mir bei den Messen auf denen ich bisher war, aufgefallen ist, dass das Ganze funktioniert, wie eine obskure Partnerbörse, nur eben mit dem Fokus weniger auf Romantik als auf wirtschaftlicher Zusammenarbeit. Jeder präsentiert sich von seiner besten Seite und versucht Partner zu finden. Anstelle von Flirts finden „Businessmeetings“ statt und statt sich so gutaussehend wie möglich zu kleiden, bemühen die Unternehmen sich, einen möglichst ansprechenden Stand aufzuweisen.Herzlich willkommen CeBIT 2016 Die CeBIT 2016 fand vom 14. Bis 18. März statt und stand unter dem Motto „Global Event for Digital Business“. Partnerland war dieses Jahr die Schweiz. Ich selbst habe die CeBIT am Mittwoch, dem dritten Veranstaltungstag, quasi der goldenen Mitte, besucht.

Glücklicherweise hatte ich nach der zweiten Stunde Schulschluss und konnte direkt vormittags in die Stadtbahnlinie „Messe Ost“ steigen um mich auf den Weg zu machen. Schon in der Bahn spiegelte sich das internationale Flair der Messe wieder: Menschen aus allen Teilen der Welt in schicken Businessanzügen teilten sich den Wagon mit mir. Jeder mit dem Ziel seine Karriereziele, Träume oder arbeitsbedingten Vorgaben zu verwirklichen.

Ich hatte wirklich Glück so früh an der Messe anzukommen, da das Messegelände dadurch nicht so schrecklich überfüllt war und ich so ungestört durch die digitale Spielwiese streifen konnte. Bei meiner Ankunft boten sich mir wie immer eine Vielzahl von Hallen mit verschiedenen Themengebieten (…die mir größtenteils nicht so sehr viel sagten, aber als Profi-Journalist habe ich mir das natürlich nicht anmerken lassen).

Die CeBIT 2016 konnte eine Zahl von 3300 Ausstellern aus 70 Ländern und Vertreter von insgesamt über 100.000 anwesenden Unternehmen verzeichnen. Durchschnittlich hatten die Besucher 220.000 Euro Investitionsvolumen dabei (Diese Infos habe ich übrigens von der CeBIT-Website geklaut)! Wenn man bedenkt das Menschen wie ich auch in die Statistik zählen, die ca. 10 Euro Investitionsvolumen für Snacks und Getränke auf der CeBIT dabei haben, ist das noch mehr als diese Zahl verspricht. Bei diesem „Business-Tinder“ geht es also um viel!

Als erstes habe ich Halle zwei besucht. Hier fällt einem als erstes der riesige IBM-Stand auf, der für jemanden wie mich, der natürlich nicht schon immer auf der CeBIT war, irgendwie schon immer an dieser Stelle war. Hier hatte IBM wie immer eine riesige Fläche besetzt, die mit allerhand Ausstellungsgegenständen dekoriert war. Stand von IBM auf der CeBIT 2016Aus irgendeinem Grund stand da sogar ein Schnellboot im Bereich „Analytics“ (Wie gesagt, ein interessanter Stand auf einer Messe ist wie ein interessantes Äußeres bei einer Partnersuche).

Danach habe ich mich durch Halle drei auf den Weg in Halle vier gemacht. Hier hatten Riesenunternehmen wie Microsoft – bei denen ich mich direkt für eine Führung zwei Stunden später angemeldet hatte – und die deutsche Telekom ihre riesigen Stände.

Nachdem sich die Telekom letztes Jahr mit eine Bühne mit pinken Regenschirmen als Dach  präsentiert hat, gab es dieses Jahr eine Bühne mit einer Art Blüte als Dach – natürlich auch in Telekom-pink. Der Stand war meiner Meinung nach einer der beeindruckendsten und vielfältigsten. Es gab sogar einen Service-Bereich extra für Telekomkunden und eine Modenschau, wie ich bei meinem zweiten Besuch, auf dem Weg zur Microsoft-Führung festgestellt habe. Ach ja und Roboter. Natürlich gab es auch einen Roboter!

Danach bin ich weiter über die Messe flaniert, vorbei an den verschiedensten Ständen von Unternehmen aus Deutschland, der Schweiz und aller Welt. Die Hallen waren geprägt von geschäftigem Treiben und an jeder Ecke gab es Innovationen zu entdecken. Ein Besuch auf der CeBIT lässt sich recht gut mit einer Art Spaziergang durch die Zukunft der digitalen Welt beschreiben: Alles ist voller Roboter, Maschinen und Rednern, die Ihre Visionen und Träume mit einer Vielzahl interessierter Zuhörer teilen. Roboter der Bundesdruckerei CeBIT

Private Unternehmen sind ebenso vertreten wie die Stände verschiedener Bundesländer oder beispielsweise der Region Hannover. Unterwegs habe ich mindestens drei Mal eine Virtual-Reality-Brille aufgehabt, auch wenn das Ganze noch recht neu ist, war VR auf der zukunftsorientierten Messe CeBIT immer wieder vertreten.

In Halle 16 habe ich eins der für mich persönlichen Highlights der Messe entdeckt: Die Halle war den Drohnen, jenen unbemannten Flugmaschinen die aktuell immer wichtiger für Logistik, Militär und Forschung werden, gewidmet. Hier habe ich ein wirklich schickes Exemplar dieser Propellermaschinen gefunden, dass mit 5 Kilo Nutzlast zu den Schwerlastdrohnen gehört und aufgrund seiner modularen Funktion ein wenig wie ein Tarnkappenbomber aussieht. Drohnen in der Halle 16 der CeBIT 2016

Das interessanteste „Ausstellungsstück“ der Halle war allerdings der Drohnenwettflugbereich in dem ich  ein Wettrennen zwischen mehreren extrem flinken Drohnen verfolgen konnte, die von Profis mit großem Geschick durch die Halle gejagt wurden.

Nach diesem Erlebnis wurde es Zeit zurück zu Halle vier zu laufen, um meine Microsoft-Führung zum Thema „Personal Computing“ nicht zu verpassen. Hier wurde ich mit drei anderen interessierten Besuchern über den Stand von Microsoft geführt und über verschiedene Produkte des Konzerns informiert. Innerhalb der circa halbstündigen Führung haben wir uns Smartphones, Tablets und viele andere interessante Microsoft-Produkte der Gegenwart und Zukunft angesehen.

Danach habe ich mich auf den Weg in Halle  acht gemacht, wo man sich angeblich einen RFID-Chip unter die Haut implantieren lassen konnte, woran ich als Naturwissenschaftler prinzipiell interessiert war. Dort angekommen, habe ich allerdings festgestellt, dass während der Operation dutzende Leute um einen herumstehen, Fotos machen und Filmen, woraufhin meine Motivation deutlich nachgelassen hat. Es war trotzdem faszinierend zu sehen, wie jemand vor meine Augen in eine Art „Cyborg“ – also eine Mischung aus Mensch und Technologie – verwandelt wurde.

Zum Ende des Messetages hin bin ich noch etwas weiter durch die Hallen gestreift und habe mit verschiedensten Ausstellern über Ihre Tätigkeiten und Ziele gesprochen. Gegen Ende der CeBIT (circa 18 Uhr) wurde es auf dem Messegelände langsam ruhiger und die Menschen lockerer. Es war Zeit für die Standparties, und Zeit für mich, mich zum Shuttle zur Indian Night des German-Indian Businesscenter zu begeben, einer für diese Messe typischen Veranstaltung, bei der die Beziehungen zwischen indischen und deutschen Unternehmen gefördert werden sollten. Hier konnte ich den Abend in einer internationalen Atmosphäre entspannt ausklingen lassen. Denn CeBIT ist nur einmal im Jahr!  … Man sieht sich 2017!

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