Von der Mausefalle zum Rennauto

Am 16. August 2016 veröffentlicht von Reena Mahlandt

Eine Mausefalle, ein bisschen Schrott und eine 10 Meter lange Rennstrecke – so die Vorgaben.

Die Aufgabe: Baut ein kleines Rennauto mit einer Mausefalle als Antrieb!

Diese Idee kam von unserem Mechanik Professor, damit wir uns nicht nur die trockene Theorie anhören müssen, sondern auch ein bisschen des Gelernten umsetzen können und vor allem Spaß an der Technischen Mechanik haben.

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Strahlendes Team mit dem Mausefallen-Rennwagen, Foto: Thorsten Wulff

In kleinen Gruppen haben wir uns nun an unsere Aufgabe gemacht. Wir haben nach dem Motto „einfach mal ausprobieren“ erst mal alle möglichen verwendbaren und auch vielleicht weniger nützlichen Materialien von zu Hause zusammengesammelt und versucht die Federkraft der Mausefalle auf die Achse der Räder zu übertragen.

Das ist leichter gesagt als getan, da erst einmal Achse, Radaufhängung und Räder verbunden werden mussten und das in einer Studenten WG ohne gut ausgestatteten Werkzeugkoffer.

Unsere erste Konstruktion bestand daher praktischer Weise aus Legosteinen und Inlinerrollen. Nach kleinen Startschwierigkeiten, bei denen auch direkt die erste Mausefalle kaputt gegangen ist, haben wir eine geeignete Kraftübertragung herausgefunden und unser kleines Auto ist die ersten Meter gefahren. Aber „Rennauto“ konnte es so wohl nicht genannt werden, es fuhr eher in Schrittgeschwindigkeit und leider nicht annähernd die vorgeschriebenen 10 Meter.

Das Prinzip eines Mausefallenautos funktioniert so, dass ein Faden an die gespannte Feder der Mausefalle oder einem Stab, der eine Verlängerung der Feder darstellt, gebunden wird und das andere Ende um die Achse der Reifen gewickelt wird. Löst die Mausefalle nun aus, wickelt sich die Schnur ab und die Reifen setzen sich in Bewegung.

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Weiterer Versuch mit größeren Rädern aus Schallplatten, Foto: privat

Um nun die 10 Meter zu erreichen haben wir uns überlegt größere Reifen zu verwenden, dafür mussten alte Schallplatten herhalten.
Die Reifen haben wir dann auf Pinselstiele geschraubt und die, auf einem Brett befestigte Mausefalle mit einer Metallschraube an die Achsen gehängt. Jetzt müssten wir die 10 Meter locker überschreiten – das haben wir zumindest gedacht. Der Testlauf zeigte uns aber leider das Gegenteil. Die Reifen fingen stark an zu wackeln, daher konnte das Auto nicht geradeaus fahren und sie haben sich somit selber ausgebremst. Im Schneckentempo fuhr das Auto knappe zwei Meter.

Eine neue Lösung musste her. Diesmal haben wir versucht die Reibung zwischen Aufhängung und Achse zu verringern, weshalb wir die Holzachsen durch Metallachsen ausgetauscht haben. In dieser Konstruktion liegt nun also Metall auf Metall und diese Kombination scheint weniger Reibung zu erzeugen. Erneut haben wir die Mausefalle gespannt und das Auto fahren lassen und diesmal hat es funktioniert, wir haben die 10 Meter Marke geknackt! Das hieß für uns, das Dekorieren konnte beginnen, schließlich wollten wir auch in der B Note eine gute Leistung liefern. Unter dem Namen „Fairy Dust“ wurde unser Auto in ein knalliges pink-glitzer getaucht mit Einhörnern und Feen auf den Reifen – jetzt konnte nichts mehr schief gehen!

Am Renntag haben sich dann alle Teams in der Fachhochschule getroffen, die Rennstrecke wurde abgesteckt und eine Startreihenfolge festgelegt. Dann fiel der erste Startschuss und das beginnende Team legte mit 11,5 Metern eine gute Leistung vor. Dem nächsten Auto ging schon nach zwei Metern der Schwung aus und es blieb nicht die einzige Konstruktion, die kaum über die Startlinie hinaus kam. Ein Fahrzeug fuhr sogar versehentlich rückwärts, weil der Faden falsch aufgewickelt wurde. Auch bei unserem Rennwagen gab es ein kleines Problem, nachdem sich der Faden komplett abgewickelt hatte, hat er sich leider verhakt und sich wieder aufgewickelt, damit fuhr das Auto die halbe Strecke zurück. Zum Glück wurde das Zurückfahren nicht mit gewertet und wir belegten mit 10,5 Metern den dritten Platz.

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Start des Teams „Fairy Dust“, Foto: privat

Diese ganze Aktion, das Bauen der Konstruktionen, wie auch das Rennen selbst fanden außerhalb der Vorlesungszeiten statt. Dennoch haben wir uns alle begeistert damit auseinander gesetzt, da es eine spannende Ergänzung zum regulären Unterrichtsstoff war und wir somit einen zwar spielerischen aber doch praktischen Zugang zu den Grundlagen der Mechanik bekommen haben.

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Dritter Platz für das Team „Fairy Dust“; Foto: Thortsen Wulff

Vielleicht gibt es ja nächstes Jahr eine Revanche mit verbesserten Mausefallenautos!

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