Hatschi! Wunderwaffen der Natur gegen Erkältungen

Am 12. Oktober 2017 veröffentlicht von Katrin Janke

Vor einigen Wochen hat es mich erwischt. Es war ein sonniger Tag Anfang September. Ich rannte zum Zug, weil ich spät dran war. Uff, gerade noch geschafft, dachte ich mir. Verschwitzt und erleichtert zog ich meine Jacke aus. Fatalerweise befand sich direkt über mir einer Klimaanlage. Am Abend konnte ich die Früchte meines leichtsinnigen Verhaltens ernten: ein leichtes Kratzen im Hals. Ich vertröstete mich damit, dass es kaum zu spüren war, entschied mich jedoch gleich eine erste Maßnahme zu ergreifen. Bei ersten Anzeichen für Husten oder Kratzen im Rachenbereich ist Gurgeln eine gute Erste Hilfe. Ich vermischte ein Teelöffel Kochsalz in einem Glas mit warmem Wasser. Ich nahm einen Schluck von der Mixtur in den Mund und fing an, damit zu gurgeln. Nach einigen Minuten spuckte ich die Salzlösung aus und spürte eine etwas brennende, aber angenehme Wärme im Hals. Diese Prozedur wiederholte in am selben Tag alle Paar Stunden bis ich schlafen ging. Durch das Gurgeln mit Salz werden die Schleimhäute befeuchtet und so der Abfluss von Sekret erleichtert. Übrigens kann man seinen Rachen auch mit Kamillentee durchspülen. Dazu braucht man den Tee nur etwas länger ziehen und abkühlen zu lassen. Die Kamille hat eine entzündungshemmende und desinfizierende Wirkung. Mal sehen, wie es mir morgen geht …

Tag 2: Der Husten wird schlimmer
Wenn die Symptome einer Erkältung nach einem Tag nicht abklingen, kann man davon ausgehen, dass man erst in sechs bis sieben Tagen wieder gesund ist. Leider schien genau das bei mir der Fall zu sein. Das leichte Kratzen war mittlerweile mehr als unangenehm und kam jedes Mal beim Schlucken zum Vorschein. Außerdem musste ich immer wieder husten. Als ich nach der Uni wieder zu Hause war, packte ich mich besonders warm ein und machte mich daran, eine Hühnersuppe zu kochen. Der besonders heilsame Einfluss auf den Körper ist sogar wissenschaftlich nachgewiesen. In einer Hühnersuppe sind der Eiweißstoff Cystein und Zink enthalten, welche den Schleimhäuten beim Abschwellen helfen. Sie stärken auch das Immunsystem bei der Abwehr gegen Viren. Im Körper des Menschen sind weiße Blutkörperchen für Entzündungsprozesse verantwortlich. Der Hühnerbrühe sagen Wissenschaftler nach, dass sie die weißen Blutkörperchen bei ihrer „Arbeit“ blockiert und so Entzündungen vorbeugt.

Während das Huhn im Kochtopf vor sich hin köchelte, zerkleinerte ich das Gemüse: Sellerie, Karotten, Zwiebeln und Kartoffeln – meine Suppe sollte nicht nur heilen, sondern auch stärken und satt machen. Außerdem sind diese Gemüsesorten voller entzündungshemmender Stoffe und senken zusätzlich auch noch hohen Blutdruck. Ergänzend zum Süppchen kam frische Petersilie auf meinen Esstisch. Die Gewürzpflanze ist reich an Chlorophyll, welches Blut, Leber und Nieren reinigt und entgiftet. Darüber hinaus stellt Petersilie eine wahre Vitaminbombe dar. Was könnte bei einer Erkältung besser helfen, als ein Paar zusätzliche Vitamine? Die Suppe war lecker und gab mir neue Kräfte.

Weiter ging’s mit meinem Anti-Erkältungsprogramm – inhalieren war angesagt. Vor dem Zubettgehen kochte ich deshalb einen kleinen Topf voll Wasser auf und mischte ihm Salz und Kamille bei. Die dampfende Flüssigkeit goss ich in eine Schüssel. Für 15 Minuten hielt ich meinen Kopf über die Schüssel und atmete abwechselnd durch Nase und Mund tief ein. Während dieses Vorgangs legte ich ein Handtuch über meinen Kopf, damit die heißen Dämpfe nicht zu schnell entwichen und das Wasser nicht abkühlte. Die schleimlösende Wirksamkeit vom Salz und der heilungsfördernde Effekt der Kamille erleichterten mir das Abhusten enorm.

Tag 3: Die Kraft der Zwiebel
Am nächsten Morgen wachte ich mit leichten Kopfschmerzen auf. Meinem Hals schien es jedoch besser zu gehen. Trotz meines schmerzenden Kopfes ging ich wie üblich in die Uni. In der Pause plante ich schon meine nächsten Schritte zur Selbstkur. Auf dem Heimweg fingen zu meinem Bedauern auch noch meine Ohren an zu schmerzen. Und der Schmerz wurde immer stärker. Meine Verabredung ins Kino musste ich leider absagen. Die Erkältung schien hartnäckiger zu sein, als ich angenommen hatte.

Ich nahm mir vor „schärfere“ Geschütze aufzufahren: Zwiebel musste her. Schon früher habe ich von ihrer umfassenden Heilkraft gelesen und nun wollte ich sie gezielt gegen meine Erkältung nutzen. Im Internet fand ich schnell das Rezept gegen Ohrenschmerzen: Man nehme zwei Zwiebeln und schneide sie in kleine Würfel. Anschließend brate man sie kurz an und wickle die Stückchen in ein Baumwolltuch. Dieser Wickel muss auf beide Ohren gelegt werden und mit beispielsweise einem Schal fixiert werden. Nach 30 Minuten sollte er erneuert werden. Ich befolgte alle Anweisungen und verbrachte – wie vorgegeben – eine halbe Stunde umhüllt von einer Zwiebelwolke. Das lustige war, dass der Geruch mich wirklich hungrig machte. Ich bekam Heißhunger auf Frikadellen. Dennoch blieb ich auch heute bei meiner Hühnerbrühe.
Nach und nach bemerkte ich, dass die Intensität der Ohrenschmerzen abnahm und meine Ohren von einer angenehmen Wärme umhüllt waren. Zwiebeln sind dafür bekannt antibakteriell zu wirken. Grund dafür sind die antioxidativen Schwefelverbindungen der scharfen Knolle. In geringen Mengen können Antioxidantien die Stressabwehr der Körpers ankurbeln und somit zur schnelleren Genesung beitragen. Die ätherischen Öle der Zwiebel haben zur Folge, dass die Entzündung in den Ohren gehemmt wird.

Gegen Abend waren meine Kopfschmerzen fast abgeklungen, dennoch beschloss ich mir auch in diesem Fall ätherische Öle zu Nutze zu machen. Ich rieb meine Schläfen mit ein wenig Pfefferminzöl ein. Das darin enthaltene Menthol roch nicht nur gut, sondern hatte auch eine krampflösende Auswirkung auf meinen Kopf. Hmm, schön dass Naturmedizin auch gut riechen kann.

Tag 4: Da läuft die Nase
In dieser Nacht schlief ich unruhig und wurde von meinen Ohrenschmerzen aufgeweckt. Dazu kam eine verstopfte Nase. Ich freute mich, dass wenigstens mein Hals nicht mehr schmerzte. Dennoch war an einen geregelten Tagesablauf nicht mehr zu denken. Ich fasste den Entschluss, zu Hause zu bleiben und mich meiner Gesundheit intensiver zu widmen. In den letzten Tagen hatte ich durchgehend versucht ausreichend zu trinken, doch das war wohl nicht genug. Ich wiederholte den Zwiebelwickel vom Vortag und machte mir gleich einen Kamillentee. Um die Heilkraft von Kamille wusste ich ja bereits. Ich recherchierte im Netz, welche Teesorten bei einer Erkältung am besten geeignet sind und wurde schnell fündig.

Ich trank zunächst einen Salbeitee, der wie die Kamille desinfizierend und schmerzlindernd wirkte. Danach folgte ein Ingwertee. Dieser sollte mein Immunsystem stärken. Anschließend kochte ich mir einen Lindenblütentee. Inhaltsstoffe wie ätherische Öle, Flavonoide und Gerbstoffe geben der Pflanze ihre schweißtreibende und beruhigende Wirkung. Bei einer Erkältung ist es daher immer ratsam den ganzen Körper warm zu halten und ihn etwas zum Schwitzen zu bringen. So muss sich der Körper nicht selbst warm halten, sondern kann seine ganze Energie für den Abwehrkampf nutzen. Ein letzter Tee-Tipp: Holunderblütentee hat einen besonders schleimlösenden Effekt auf die Schleimhäute.

Um mit einer „freien“ Nase einschlafen zu können, ließ ich mir ein heißes Bad einlaufen. Diesem fügte ich ein Paar Tropfen Eukalyptusöl hinzu. Als ich in die Badewanne stieg, war meine Nase vollkommen zu. Nach einigen Minuten bemerkte ich, wie sich der Schleim langsam löste und mir das Atmen leichter fiel. Bald konnte ich wieder normal atmen und schlief mit einer freien Nase ein.

Tag 5: Durchhalten, weitermachen
Ich schlief lang und ausführlich. Im Schlaf wird man bekanntermaßen nicht nur schön, sondern auch gesund. Während man schläft, regeneriert sich der Körper viel schneller als am Tag. Diesmal fühlte ich mich beim Aufstehen um einiges besser. Meine Ohren schmerzten nur noch geringfügig und die Kopfschmerzen waren verflogen. Nur ab und zu wurde ich von Hustenattacken überrascht und musste für meine laufenden Nase ständig Taschentücher bereithalten. Ich blieb erneut Zuhause und nutze die Zeit, um einen Tee zu trinken und anschließend einen ausführlichen Spaziergang durch unseren Garten zu machen. Die frische Luft regt die Durchblutung an und stärkt so das Immunsystem. Ich wiederholte einige der Prozeduren der Vortage: Gurgeln, Inhalieren und Tee, Tee, Tee… Am Abend ging ich frohen Mutes früh zu Bett: Die Genesung war mir gewiss!

Tag 6: Noch der letzte Meter
Es ging mir wieder etwas besser als am Tag zuvor, doch ich ließ mich von dem trügerischen Schein nicht beirren. Denn wer meint, er habe die letzten Tage genug getan und könne sich nun dem gewöhnlichen Alltag hingeben, riskiert die Wiederkehr der Erkältung. Nun hieß es für mich, am Ball zu bleiben. Ich trank wieder viel Tee, gurgelte noch einmal, auch wenn mein Hals schon geheilt schien, und ging wieder früh zu Bett. Als ich die Augen schloss, wusste ich, dass morgen wahrscheinlich (fast) alles überstanden ist.

Extratipp: Wenn der Husten zur Bronchitis wird
Ich hatte Glück, dass mein Husten oberflächlich war und nicht bis in die Bronchien gedrungen ist. Manchmal kann man dies aber nicht verhindern. Mein Tipp: Brustwickel! Einige Kartoffeln weich kochen und zerdrücken. Den Brei in ein Leinentuch wickeln und auf Brust und Dekolletee legen. Die Wärme wirkt entspannend für die Muskulatur und regt die Durchblutung sowie das Immunsystem an. Sobald der Brustwickel abgekühlt ist, kann er erneuert werden.
Bei Bronchitis mit Fieber ist der kalte Brustwickel eher zu empfehlen: Magerquark einige Zentimeter dick auf ein Leinentuch auftragen und auf Hals- und Brustbereich platzieren. Der Quark hat eine kühlende Wirkung und hilft, das Fieber besser zu überstehen.

Ansonsten wünsche ich allen eine gute Besserung und viel Erfolg beim Anwenden der Wunderwaffen.

Beitragsbild: pixabay

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