Die Klimaanlage der besonderen Art

Am 4. Oktober 2019 veröffentlicht von Erwin Völkening

Wunderschönen guten Tag, werte Leser,

ich freue mich, mal wieder von der IdeenExpo berichten zu können. Wie gewohnt im Kontext meines Parts dieses Blogs, kommt mein Artikel natürlich drei Monate später als die Werke meiner Kolleginnen und Kollegen. Trotzdem heißt es nun: Anschnallen, aufrechte Sitzposition einnehmen und die geistige VR-Brille aufsetzen, denn wir werfen jetzt einen kleinen Blick auf „Europas größtes Jugend-Event für Naturwissenschaften und Technik“ und lassen die IdeenExpo 2019 Revue passieren.


Fast 400 Tausend Besucher auf einer riesigen Fläche von 110 Tausend Quadratmetern sind so unglaublich viel, dass die IdeenExpo auch in diesem Jahr wieder einen Besucherrekord aufgestellt hat. Zum Vergleich: Bei der ersten IdeenExpo im Jahr 2007 waren es 160 Tausend Besucher. Damit hat sich die Besucherzahl im Laufe der Zeit weit mehr als verdoppelt. Und das nicht ohne Grund! Auch dieses Jahr gab es wieder unglaublich viel zu entdecken. Wie immer in einem gelungenen Mix aus Unterhaltung, Bildung und Zukunftsorientierung.

Ich habe mir dieses Jahr die KlimaZone, zu finden in der IdeenHalle 8, genauer angesehen. Dort fiel mir ein riesiger, begehbarer, aufblasbarer Globus auf, vor dem bereits am ersten Tag Menschen in Schlange gewartet haben. So etwas konnte ich mir natürlich unter keinen Umständen entgehen lassen, also habe ich mich zielstrebig auf den Weg dahin gemacht und mich in die Schlange gestellt. Der große Globus war Teil des Stands des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kurz BMZ und war damit im Umwelt-Thema der KlimaZone genau richtig.

Um das Warten in der Schlange etwas kurzweiliger zu gestalten, gab es für uns, die wir dort standen und auf baldigen Einlass hofften, ein kleines Quiz zum Thema Klima. Neben mir in der Schlange standen hauptsächlich jüngere Schülerinnen und Schüler und ich dachte mir, dass es doch ein wenig unfair wäre, als Student gegen Kinder anzutreten. War es auch! Spätestens nachdem ich die Einwohnerzahl und die Nachbarstaaten von Madagaskar nicht nennen konnte und das kleine Mädchen vor mir in der Schlange perfekte Antworten gegeben hatte, wusste ich, wer hier die eigentliche Person im Nachteil war: moi.

Nach der Schmach beim Klimaquiz ging es dann weiter und wir wurden in den Globus gelassen. Dort fand sich in der Mitte des kleinen Raumes eine futuristisch wirkende Säule, umgeben von mehreren kleinen Hockern mit VR-Headsets darauf. Der begehbare Globus beherbergte eine Art begehbares 4D-Kino, in dem die Besucher die Auswirkungen des Klimawandels in Madagaskar im Rahmen einer kleinen Doku direkt miterleben konnten. Doch da VR inzwischen „Schnee von gestern“ ist, haben die Designerinnen und Designer des Stands noch einen draufgesetzt: Die erwähnte Säule in der Mitte des Raums war integraler Bestandteil des Gesamterlebnisses. Das BMZ hatte hier den Traum vom Geruchskino Wirklichkeit werden lassen, denn neben der Möglichkeit, sich in der VR-Welt frei umzusehen, wurden zum richtigen Zeitpunkt kalte oder warme Luftströme durch den Raum geweht und passende Gerüche freigesetzt.

Der dadurch hoch immersive Film erklärte unter anderem, wie die immer länger anhaltenden Dürren in Madagaskar dazu geführt haben, dass die regionalen Bauern ihre Felder nicht mehr bestellen können und dadurch auf den Fischfang ausweichen müssen, was zu Überfischung, zu Schäden am Ökosystem und zu Nahrungsknappheit führt. Die Schicksale der Menschen, die durch die wachsenden Klimaveränderungen immer größere Herausforderungen bewältigen müssen, wurden durch die einzigartige mediale Umsetzung besonders greifbar. So sprach man quasi von Angesicht zu Angesicht mit den betroffenen Bewohnern eines kleinen Ortes und konnte die Hitze und Trockenheit durch die verschiedenen Luftströme der Säule direkt nachempfinden.

Nach Ende des Films erklärten mir die Mitarbeiterinnen des BMZ, dass das gesamte Kino eine Eigenkreation darstellt und beispielsweise die mittlere Säule extra für diesen Zweck angefertigt wurde. Das Ziel des Exponats war klar: Deutlich machen, wie sich die Situation anderswo verändert – und das so eindrucksvoll wie möglich. Ich finde, das ist dem BMZ auf der IdeenExpo sehr gut gelungen. Das Exponat wird nach der IdeenExpo noch bei einigen anderen Events zu sehen sein! Mehr Infos dazu gibt es auf bmz.de.

Das Verrückte an jeder IdeenExpo ist, dass so originelle Stände wie der des BMZ überall auf dem Gelände zu entdecken sind. Man könnte im Grunde genommen über jedes Exponat einen ganzen Artikel schreiben und hätte dann immer noch Material für hunderte weitere Texte. Da Ihr und ich aber nicht unendlich viel Zeit haben, muss es erstmal bei diesem kleinen Einblick bleiben. 2021 haben wir dann wieder Gelegenheit, uns all das, was die IdeenExpo seit Jahren ausmacht, wieder persönlich anzuschauen und das bunte Treiben von Naturwissenschaften und Technik live zu erleben.


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