Hast’n Kater?

Am 30. Oktober 2019 veröffentlicht von Katrin Janke

Nein, hier geht es nicht um die flauschige Hauskatze. Und auch nicht um den Kater nach einem ausgiebigen Alkoholkonsum. Es geht um den Muskelkater. Tatsächlich haben sowohl der (Alkohol-)Kater als auch der Muskelkater nichts mit einem miauenden Vierbeiner zu tun. Das Wort „Kater“ geht ursprünglich auf das altgriechische „Katarrh“ zurück, was eine Erkältung oder Entzündung bezeichnet. Nach einiger Zeit wurde „Kater“ umgangssprachlich auch für andere Arten des Unwohlseins verwendet: wie das Gefühl nach zu viel Alkohol oder zu viel Sport.

Muskelkater hat nichts mit einer Katze zu tun

Was für ein Katzenjammer, dass der „Kater“ für menschliches Unwohlsein verwendet wird…

Was ist Muskelkater?

Allgemein kann man sagen: Der Muskelkater ist ein harmloser Muskelschmerz. Er tritt meistens nach 1-3 Tagen ein und kann bis zu einer Woche dauern. Die Muskulatur wirkt kraftlos, verhärtet und reagiert empfindlich.

Konkreter: Unsere Muskeln bestehen aus kleinen Muskelfasern, den sogenannten Fibrillen. Diese wiederrum setzen sich aus noch kleineren Einheiten, den Sarkomeren, zusammen. Die Sarkomere sind über Zwischenscheiben miteinander verbunden und genau an diesen Stellen entstehen nach übermäßiger Belastung Risse. In diese Risse dringt Wasser ein, der Muskel schwillt an und drückt auf die sogenannte „Faszie“. Rezeptoren innerhalb dieses Bindegewebes lösen dann den Schmerz aus. Jedoch sind sich Forscher in diesem Punkt uneinig. Eine andere Theorie besagt, dass die mikroskopisch kleinen Faserrisse in den oben genannten Fibrillen passieren und so die Schmerzen hervorgerufen werden. Die Theorie, dass Muskelkater durch die Bildung von Milchsäure (Laktat) entsteht, wurde bereits mehrfach widerlegt.

Muskelschmerz und nun?

Ein schwerer Muskelkater, der nicht nur mit starken Schmerzen, sondern auch mit einer erheblichen Bewegungseinschränkung verbunden ist, bedeutet eine Überbeanspruchung der Muskulatur. Grund dafür sind meistens ungewohnte Bewegungen oder eine technisch unsaubere Bewegungsausübung. Das Ausmaß von Muskelschmerzen ist immer individuell und kann von Person zu Person variieren. Daher ist es nicht ratsam einen (starken) Muskelkater als Indiz für ein wirksames Training anzusehen.

In jedem Fall ist eine kurzzeitige Schonung der Muskulatur sinnvoll. Wer keineswegs auf seine Trainingseinheiten verzichten will, kann in der Zeit einfach andere Muskelgruppen trainieren.

Leichtes passives (nur schmerzfreies) Dehnen, Spazierengehen oder Radfahren können die Schmerzen mindern. Zur Regeneration werden auch ein leichtes Auslaufen und Aqua-Jogging empfohlen. Warum? Die Bewegung fördert die Durchblutung und hilft bei den „Reparaturarbeiten“ des Körpers. Wärme ist ebenfalls ein bewährtes Hilfsmittel: Ein Wärmebad oder ein Saunagang versprechen positive Effekte. Bei der Ernährung kann man mit Eiweiß und Magnesium nachhelfen, esst also: Käse, Quark, fettarmes Fleisch, Fisch, Eier und Hülsenfrüchte.

Während des Heilungsprozesses werden die beschädigten Muskelstrukturen vollständig regeneriert. Und das Tolle dabei ist: nach dem Muskelkater wird der Muskel auf ein höheres Niveau gebracht und hat in Zukunft dann mehr drauf.
Wenn der Muskelkater jedoch nach zehn Tagen nicht abgeklungen ist oder unerträglich stark ist, heißt es ab zum Arzt. Nur so können ernste Muskelschäden rechtzeitig entdeckt und behandelt werden.

Gegen Muskelkater hilft ein leichtes Training

Kann ich Muskelkater vorbeugen?

Jein. Das Dehnen vor den Übungen und danach hilft die Muskeln auf den Sport vorzubereiten und sie wieder in den Entspannungs-Modus zu versetzen. Einen großen Einfluss auf die Entstehung von Muskelkater hat das aber nicht. Nach einer längeren Sportpause ist es aber sinnvoll die Muskeln erst einmal langsam wieder an Sport zu gewöhnen und nicht gleich ein zweistündiges Trainingsprogramm zu absolvieren. Außerdem ist ein zehnminütiges Aufwärmen durch Gehen oder Hüpfen vor dem Sport gut, da die Muskeln „warm werden“. Nur regelmäßiges Training kann den Muskelkater auf lange Zeit gering halten, denn so wird die Muskulatur nach und nach an die Belastung gewöhnt. Weniger ist eben mehr!


Diese Beiträge könnten euch auch interessieren:

Winterschlaf – die Lösung für kalte Zeiten
Die Pollen sind los – Und der Heuschnupfen spielt verrückt
Nachhaltig produzierte Lebensmittel

Stichwörter: , ,

Kategorisiert in: