Frag doch einfach eine Ingenieurin!

Am 26. Januar 2022 veröffentlicht von

Wir stellen euch Frauen in MINT-Berufen vor! Jeden Monat gibt euch eine neue Protagonistin Einblicke in ihren Arbeitsalltag. Heute: Cristin Ruschmeyer.

Die 36-jährige Ingenieurin arbeitet in Hannover beim ADAC, wo sie Referentin für Verkehr, Technik und Umwelt ist. Cristin hat nach der Schule zunächst eine Ausbildung zur Mechatronikerin gemacht, bevor sie ein Studium der Fahrzeugtechnik angeschlossen hat. Ihren Master hat sie in Konstruktions- und Produktionskoordination gemacht. Seit rund einem Jahr arbeitet Cristin Ruschmeyer nun beim ADAC in Laatzen.


1. Was hast du für eine Ausbildung gemacht bzw. für einen Studiengang studiert?
Cristin Ruschmeyer: Studiert habe ich Fahrzeugtechnik und Produktentwicklung. Danach bin ich bei einem Ingenieursdienstleister als Konstrukteurin eingestiegen und bin dann mehr in Richtung Projektkoordination – vor allem in den Bereichen Interieur und Autositze – gegangen, bis ich vor einem Jahr zum ADAC gewechselt habe.

2. Wie bist du zu deinem Beruf gekommen? Wie war der Weg dahin?
Cristin Ruschmeyer: Ich hatte schon immer großes Interesse: Mathematik hat mir Spaß gemacht und naturwissenschaftliche Fächer waren meins. Deswegen war für mich nach der Schule klar, dass es in diese Richtung gehen soll. Ich wollte etwas Praktisches machen und habe daher zunächst eine Ausbildung gemacht, danach ein Studium der Fahrzeugtechnik und der Produktentwicklung angeschlossen, weil ich das super spannend fand. Ich fand Autos schon immer interessant, und ich fand’s auch einfach cool, als Mädchen sowas zu machen – das ist so der Grund gewesen, ohne wirklich vorher groß drüber nachzudenken was ich später damit anfange. Das war eher so eine Bauchentscheidung.

3. Was genau machst du beruflich?
Cristin Ruschmeyer: Ich bin hier in der Abteilung Verkehr, Technik und Umwelt und bediene da aufgrund meines Hintergrunds hauptsächlich die Technikfelder. Ich beschäftige mich viel mit Themen zum automobilen Wandel, zu alternativen Antrieben, automatisiertem und vernetztem Fahren und schau da auch, was wir an Informationen für Veranstaltungen und Aktionen für unsere Mitglieder rausziehen können, um ihnen diese Themen näherzubringen.

4. Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus? Hast du überhaupt so etwas wie einen typischen Arbeitstag?
Cristin Ruschmeyer: Nein, nicht so richtig. Außer, dass ich jeden Tag ins Büro fahre. Wir sind aber auch mal außerhalb unterwegs, müssen viel kommunizieren mit verschiedenen Behörden und Mitgliedern – je nachdem welche Themen wir bearbeiten. Es sind viele Abstimmungen nötig. Und so kommt jeden Tag was anderes noch dazwischen, was dann noch schnell bearbeitet werden muss. Es ist verdammt abwechslungsreich, jeden Tag spannend und man muss auch gut koordinieren können, weil es viele Themen gleichzeitig sind, die man hat.

5. Was gefällt dir am besten und was ist vielleicht auch ganz anders, als du es dir vorgestellt hast?
Cristin Ruschmeyer: Eine konkrete Vorstellung hatte ich nie. Als ich angegangen habe ins Berufsleben zu starten, war das eigentlich nie so ein „da und da will ich mal hin“, „das und das Ziel habe ich“. Ich habe einfach geguckt, was sich grad ergibt und worauf ich Lust hatte und bin da quasi immer ein bisschen dem Bauchgefühl nach. Deswegen bin ich auch sehr zufrieden damit. Ich finde jetzt an meinem Job sehr spannend, dass ich halt vielfältige Themen einfach habe. Jetzt kommen Verkehrsthemen dazu, das hatte ich vorher gar nicht. Das lockert dieses rein technische halt auch ein bisschen auf und das ist sehr, sehr abwechslungsreich. Es kommen aus ganz vielen verschiedenen Bereichen Themen zusammen und das sind manchmal Sachen, die einen manchmal nur wenige Tage und manchmal über Monate hinweg beschäftigen. Es ist immer was Neues dabei.

Was sind deine Tipps für Frauen, die einen ähnlichen Weg einschlagen wollen?
Cristin Ruschmeyer: Also generell würde ich sagen: Man muss darauf hören, wo die eigenen Interessen und die eigenen Stärken liegen. Und dann sollte man sich auf keinen Fall davon abbringen lassen – selbst wenn es sich um eine Männerdomäne handelt. Also ich habe da eigentlich immer gute Erfahrungen mit gemacht und sehe auch meistens, dass Männer das gar nicht besser können als Frauen. Sie treten vielleicht selbstbewusster auf, und deswegen wirkt es so. Aber die Frauen, die in diesen Feldern unterwegs sind, die bewähren sich dort.

Vielen Dank an Cristin für den spannenden Einblick in das Berufsleben einer Ingenieurin! 😍

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